Trotz neuer Regeln bleiben Missstände in der Fleischindustrie, beklagt eine Initiative, die sich gegen Menschenhandel einsetzt. Arbeiter aus EU-Staaten wie Rumänien würden einfach ersetzt.
Menschenrechtsaktivisten beklagen neue Tricks der Fleischindustrie, um den Arbeitsschutz zu umgehen. „Rumänen und Bulgaren werden aktuell ersetzt durch Vietnamesen und Inder“, teilte der Verein Aktion Würde und Gerechtigkeit in Lengerich in Nordrhein-Westfalen mit.
Gemäß Arbeitsschutzkontrollgesetz müssen Unternehmen die Arbeiter in der Schlachtung und Zerlegung in die Stammbelegschaft aufnehmen. „Da Menschen aus Drittstaaten, zum Beispiel aus Vietnam oder Indien, nur über befristete Arbeitsvisen verfügen, kann man sie schnell wieder loswerden“, sagte der Vereinsvorsitzende und Sozialpfarrer Peter Kossen. „Es geht hier um Menschenhandel zum Zweck von Arbeitsausbeutung. Die alte Masche mit neuen Opfergruppen.“
Kossen beklagte Arbeitsbedingungen auch in anderen Branchen. „Auch die Paketdienste, die Logistik insgesamt, die Gebäudereinigung und der Bausektor suchen weltweit nach Arbeitskräften, die sie wie Maschinen anmieten, verschleißen und dann entsorgen.“
Kossen forderte mehr Kontrollen sowie eine konsequentere Verfolgung von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung. Der Verein Aktion Würde und Gerechtigkeit äußerte sich zum Welttag für menschenwürdige Arbeit am vergangenen Mittwoch.
Text: KNA | Bild: Lars Berg/KNA







