Ein Minenarbeiter hält Splitter des Minerals Mica in den Händen am 4. Oktober 2023 in einer Mine in Morarano (Madagaskar). Bild: Simon Kupferschmied/Missio Österreich/KNA

Bischof: Bundesregierung muss mehr tun für Rohstoffgerechtigkeit

Auf Madagaskar, der viertgrößten Insel der Welt, stürzen Klimawandel und ausbeuterischer Rohstoffabbau viele Menschen ins Elend. Ein Bischof von dort hofft auf Hilfe aus Deutschland – auch durch die Bundesregierung.

Der katholische Bischof Luc Olivier Razafitsimialona aus Madagaskar fordert die Bundesregierung auf, sich bei der Übergangsregierung seines Landes für mehr Transparenz und eine gerechtere Verteilung der Erlöse aus dem Rohstoffabbau einzusetzen.

Madagaskar sei als Land sehr reich an Bodenschätzen, sagte er am Samstag in Aachen: „Wir haben Gold, Mica, Saphire und andere Rohstoffe, die weltweit gebraucht werden. Aber wer profitiert von diesem Reichtum? Das sind vor allem die Wohlhabenden.“ Die breite Bevölkerung müsse stärker an den Erlösen beteiligt werden. Darauf müsse die Bundesregierung bei politischen Gesprächen in Madagaskar ausdrücklich drängen.

„Wir möchten, dass die lokale Bevölkerung, die dazu beiträgt, dass diese Bodenschätze gewonnen werden können, davon einen Nutzen hat“, so der Bischof weiter. Die Menschen dort schürften unter widrigsten Bedingungen und mit geringster Entlohnung nach diesen Bodenschätzen.

Auch Unternehmen in Deutschland müssten aktiver werden, fügte der Bischof hinzu. Das gelte etwa für das Glitzermineral Mica, das unter anderem für Glanzeffekte in Autolacken und Kosmetikprodukten verwendet wird. Die Auto- und Kosmetikindustrie müsse transparenter machen, woher das verwendete Mica stamme und unter welchen Bedingungen es gewonnen werde: „Diese Unternehmen sollten dazu beitragen, dass die Menschen meiner Heimat gerecht behandelt werden und ein Leben in Würde führen können.“

Madagaskar ist das Beispielland des Monats der Weltmission. Die bundesweite Aktion der Hilfswerke Missio Aachen und Missio München wird am Sonntag mit einem Gottesdienst im Aachener Dom eröffnet. Er endet mit einer bundesweiten Kollekte in allen Gottesdiensten am Weltmissionssonntag (25. Oktober) und mit einem Abschlussgottesdienst im Regensburger Dom.

Text: KNA | Bild: Simon Kupferschmied/Missio Österreich/KNA

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