Heiner Wilmer, Bischof von Münster und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), spricht am 9. September 2026 beim Sankt Michael-Jahresempfang in Berlin. Bild: Gordon Welters/KNA

Bischof Wilmer: Afrika und das Leid der Menschen dort nicht vergessen

Beim Herbsttreffen der katholischen Bischöfe geht es um Themen wie KI, die AfD, Leihmutterschaft und innerkirchliche Reformen. Doch zum Auftakt richtet der Vorsitzende den Blick bewusst auf ein anderes drängendes Thema.

In einem eindringlichen Appell hat Bischof Heiner Wilmer (65) aufgerufen, das Leid der Menschen in Afrika nicht aus dem Blick zu verlieren. „Afrika ist für mich der vergessene Kontinent“, sagte der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz am Montag zum Auftakt der Herbstvollversammlung in Fulda.

Als besonders drängend empfinde er die „vergessene Katastrophe“ im Sudan, betonte der Bischof von Münster: „34 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe, 4,5 Millionen sind über die Landesgrenzen geflohen. Die UN bezeichnet Sudan als weltweit größte humanitäre und Vertreibungskrise. Es gibt Hunger, sexualisierte Gewalt und Angriffe auf Zivilisten.“

All das präge den Krieg, der hierzulande aber kaum wahrgenommen werde, fügte der Bischof hinzu: „Wir dürfen den Sudan nicht vergessen. Die Menschen dürfen nicht daran sterben, dass die Welt wegschaut.“

Katastrophale Zustände herrschten auch in Ländern wie Burkina Faso, Mali und Niger, ergänzte Wilmer. Der Kampf ums Überleben dort sei geprägt von islamistischem Terror, Vertreibung und Hunger sowie von schwachen staatlichen Strukturen und Klimakatastrophen: „Und nein – es handelt sich nicht um einen Kampf zwischen Christen und Muslimen.“

Die Bischöfe dort setzten auf den interreligiösen Dialog, so Wilmer weiter: „Das Leiden hat keine Konfession. Der Terror will Christen und Muslime auseinanderreißen; doch als Kirche sind wir ganz klar: Wir lassen uns nicht auseinanderreißen von unseren muslimischen Schwestern und Brüdern.“

„Afrika braucht nicht unser Mitleid“, beendete der Bischof seinen Appell: „Afrika braucht unseren Mut, Ungerechtigkeiten beim Namen zu nennen. Und es darf auch nicht sein, dass Raubbau von Rohstoffen wichtiger ist als die Sorge für die Menschen.“

Text: KNA | Bild: Gordon Welters/KNA

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