Mindestens 124 Umweltschützer sind 2025 nach Angaben der Organisation Global Witness getötet worden. Besonders zwei Länder sind für Verteidiger von Natur und Tierwelt gefährlich.
Lateinamerika bleibt die für Umweltschützer tödlichste Region der Welt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung der Organisation Global Witness. Demnach wurden im vergangenen Jahr mindestens 124 Umwelt- und Landverteidiger getötet – mehr als die Hälfte davon (52 Prozent) in Kolumbien und Brasilien. Auf ganz Lateinamerika entfallen gar 85 Prozent der Fälle.
Damit liegt die Zahl der seit 2012 dokumentierten einschlägigen Delikte den Angaben zufolge bei 2.375. Oft seien Kleinbauern sowie Angehörige indigener Völker betroffen. Rohstoff- und Wirtschaftsinteressen spielten bei den Angriffen weiterhin eine zentrale Rolle.
Mit 39 Fällen führte Kolumbien 2025 im vierten Jahr in Folge die Statistik an. Brasilien lag mit 26 an zweiter Stelle. Es folgten Honduras und die Philippinen mit jeweils zwölf dokumentierten Fällen sowie Mexiko mit zehn und Guatemala mit acht.
Global-Witness-Experte Toby Hill sagte dazu: „Umweltschützer sind die Augen und Ohren der Welt. Ihnen verdanken wir, dass wir wissen, wann Ökosysteme zerstört, Wälder gerodet oder Flüsse verschmutzt werden.“ Die Gewalt, der die Aktivisten ausgesetzt seien, spiegele einen anhaltenden Kampf um Land und Ressourcen wider.
Insgesamt ging die Zahl der dokumentierten Tötungen indes zurück: 2024 hatte es laut Global Witness 142 Todesopfer gegeben, im Jahr davor waren es 196. Allerdings betont die Organisation, dass die tatsächliche Fallzahl vermutlich höher liege.
Text: KNA | Bild: Global Witness





