Streumunition in Laos. Bild: John/stock.adobe.com

Immer mehr Streubombenopfer – Ukraine besonders betroffen

Der Einsatz von Streumunition ist international geächtet. Dennoch hat die registrierte Opferzahl im vergangenen Jahr wieder stark zugenommen. Ein Land sticht dabei hervor.

und Opfer von Streumunition haben sich im vergangenen Jahr drastisch erhöht. Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Streubomben-Monitor hervorgeht, wurden 2025 mindestens 1.063 Menschen durch die international geächteten Waffen verletzt oder getötet, das sind mehr als dreimal so viele wie im Jahr davor (2024: 314).

Dabei handle es sich lediglich um die registrierten Opfer. Die Dunkelziffer dürfte laut dem Bericht, den jährlich ein internationaler Zusammenschluss aus Menschenrechtsgruppen und Hilfsorganisationen veröffentlicht, noch höher liegen. Bei der Mehrheit (87 Prozent) der Opfer handle es sich um Zivilisten, in mindestens 34 Fällen um Kinder.

Der große Anstieg ergibt sich demnach aus dem Ukraine-Krieg. Dort vervierfachte sich die Zahl der Toten und Verletzten im vergangenen Jahr auf 927. Zwar nutze Russland schon seit Beginn der Invasion im Februar 2022 Streubomben. Doch sei der Beschuss vor allem von dicht besiedelten Gebieten inzwischen massiver geworden, wie die Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland, Eva Maria Fischer, auf Anfrage erklärte. „Streubomben treffen immer auch die Zivilbevölkerung. Und bei Einsätzen in Wohngebieten erhöht sich die Zahl ziviler Opfer somit noch mehr.“

Neben dem aktiven Einsatz von Streumunition sind auch Blindgänger weiterhin ein großes Problem. So gab es im vergangenen Jahr in neun Ländern Opfer durch unentdeckte Restbestände, mit 68 die meisten davon in Syrien. „Insbesondere Kinder werden oft beim Spielen von den kleinen, glänzenden Sprengkörpern getötet oder verletzt“, so Fischer. Handicap International geht davon aus, dass in mindestens 29 Ländern noch eine erhebliche Zahl von Blindgängern liegt, darunter auch Deutschland.

Zugleich stieg mit Litauen im vergangenen Jahr erstmals ein Land wieder aus dem Übereinkommen über Streumunition, der sogenannten Oslo-Konvention, aus. „Dies ist eine besorgniserregende Bedrohung für die internationalen humanitären Abrüstungsnormen“, betonte Fischer.

Text: KNA | Bild: John/stock.adobe.com

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