Ob Klimakrise, Menschenrechte oder Dekolonialisierung: Für die Teilnehmenden des Weltsozialforums gibt es viel zu diskutieren. Das Treffen gibt es seit 25 Jahren – und findet erstmals in Benin in Westafrika statt.
Es wird ein Treffen der Superlative. Mehr als 50.000 Teilnehmende aus 150 Ländern werden zum diesjährigen Weltsozialforum erwartet. Die fünftägige Veranstaltung, bei der über globale Gerechtigkeit debattiert wird, beginnt am Dienstag (4. August) in Cotonou, Wirtschaftsmetropole und Regierungssitz im westafrikanischen Benin. Die Veranstaltung entstand vor 25 Jahren als Gegenentwurf zum Weltwirtschaftsforum.
Zentrale Themen sind Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, Dekolonialisierung und Selbstbestimmung, Medienfreiheit, Umweltschutz und Klimakrise, aber auch Spiritualität. Im Mittelpunkt steht die Zivilgesellschaft.
Zivilgesellschaft und Demokratie seien oft miteinander verbunden, sagte Selina Wiredu, Referentin für afrikapolitische Lobbyarbeit beim katholischen Hilfswerk Misereor, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Weltweit würden ihre Räume kleiner. „Durch bürgerliche Beteiligung gestaltet man die Gemeinschaft aktiv mit. Jeder kann teilhaben und seine Lebensrealität einbringen.“
In zahlreichen afrikanischen Ländern gelten auch Religionsgemeinschaften als zentraler Teil der Zivilgesellschaft. Nach Umfragen des Washingtoner Pew Research Center bezeichnen sich vielerorts bis zu 90 Prozent der Befragten als „religiös“. Religionsvertreter hätten noch Autorität und Strahlkraft, sagt Wiredu. „Die Kirche trägt zur Friedenssicherung bei und ist oft dort noch vor Ort, wo es keine staatlichen Strukturen oder nichtstaatliche Organisationen mehr gibt“, so die Expertin weiter.
Erstmals fand das Weltsozialforum 2001 in Porto Alegre in Brasilien statt. Anfangs wurde intensiv darüber berichtet. Die Aufmerksamkeit hat über die Jahre zunehmend abgenommen. Ziel ist es, Teilnehmern eine Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung zu bieten. Um die Bevölkerung einzubinden, finden zudem Veranstaltungen in anderen Städten und Dörfern des Landes wie auch online statt. Da es keine klassische Konferenz ist, wird es kein Abschlussdokument geben.
Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de (Symbol)






