Während der Fußball-WM in Mexiko hatte das Schicksal der Zehntausenden vermissten Menschen sowie ihrer Angehörigen im Land internationale Betroffenheit ausgelöst. Nun startet die Kirche eine besondere Hilfsaktion.
Der mexikanische Kardinal und Erzbischof von Mexiko-Stadt, Carlos Aguiar Retes, hat eine Hilfsaktion ins Leben gerufen, um das Schicksal der landesweit 130.000 Vermissten aufzuklären. Er forderte die Pfarreien auf, „Friedensbriefkästen“ für eine anonyme Übergabe sachdienlicher Hinweise aufzustellen. Da die Vermisstenfälle nicht selten mit den mächtigen Drogenkartellen zu tun haben, trauen sich viele Menschen nicht, mit der Polizei zu sprechen.
„Diese Initiative wird bereits seit einiger Zeit in einigen Pfarreien unserer Erzdiözese und in anderen Diözesen des Landes umgesetzt und hat konkrete Ergebnisse erzielt“, sagte der Kardinal. So seien wichtige Informationen eingegangen, die auf anderem Wege kaum erreichbar gewesen wären.
Laut dem Konzept stellt die jeweilige Pfarrei den Platz für den besonders gesicherten Briefkasten zur Verfügung. Eine Vertrauensperson entnimmt die eingeworfenen Briefe. Die weitere Bearbeitung erfolge unter strikter Wahrung der Vertraulichkeit.
Text: KNA | Bild: Jürgen Escher/Adveniat (Archiv)





