Hitze und Dürre: Der Sommer in Deutschland und Europa war extrem. Doch das könnte nur der Anfang gewesen sein, wenn der Ausstoß an klimaschädlichen Gasen nicht signifikant sinkt, mahnt Wissenschaftler Stefan Rahmstorf.
Der aktuelle Hitzesommer in Europa wird nach Angaben von Klimaforscher Stefan Rahmstorf kein Einzelfall bleiben. „Natürlich gibt es Wetterschwankungen und es kann auch sein, dass wir in den kommenden Jahren wieder kühlere und feuchtere Sommer erleben“, sagte Rahmstorf in einem am Montag veröffentlichten Interview der „Rheinischen Post“. „Der Klimawandel geht aber immer weiter: Wir werden immer häufiger solche Hitzesommer erleben, solange wir nicht die Emissionen auf null bringen.“
Auf die Frage, ob Null-Emissionen von klimaschädlichen Gasen ein Garant dafür seien, dass sich Extremereignisse wie in diesem Sommer nicht mehr wiederholen, antwortete der Wissenschaftler: „Solange wir noch CO2 ausstoßen, wird die Atmosphäre weiter aufgeheizt. Klimaneutralität bedeutet nicht, dass es besser wird – es bedeutet nur, dass es nicht noch schlimmer wird.“ Rahmstorf weiter: „Damit die Temperaturen wieder sinken, bräuchten wir sogar negative Emissionen, also müssten wir CO2 aktiv aus der Atmosphäre entnehmen.“
Die aktuelle Politik der Bundesregierung reiche bei weitem nicht aus, um diese Ziele auch nur im Ansatz zu erreichen, beklagte der Klimaforscher. „Wir müssen einerseits die Folgen abmildern, also uns anpassen“, forderte er. „Gleichzeitig müssen wir die CO2-Emissionen so schnell wie möglich auf netto Null bringen, sonst wird geordnete Anpassung unmöglich. CO2 sammelt sich in der Atmosphäre an, jede Tonne zählt.“
Text: KNA | Bild: KNA-Bild (2001)



