Missio Truck (2026) Bild: Christian Schnaubelt/Missio Aachen

Ausbeutung sichtbar machen

Menschenhandel, Zwangsarbeit und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse gehören zu den Schattenseiten unserer globalisierten Wirtschaft. Mit einer mobilen Ausstellung macht das katholische Hilfswerk Missio Aachen seit Jahren, auf diese Formen moderner Sklaverei aufmerksam – und zieht nun eine positive Bilanz ihrer Sensibilisierungsarbeit.

Rund 20.000 Menschen haben nach Angaben des Hilfswerks Missio Aachen im Jahr 2025 den sogenannten Missio-Truck besucht. Die mobile Ausstellung „Eine Welt. Keine Sklaverei“ war an 162 Tagen bundesweit unterwegs und machte an Schulen, Kirchengemeinden, Bildungseinrichtungen und öffentlichen Veranstaltungen Station. Anlass für die Bilanz ist der Internationale Tag gegen Menschenhandel am 30. Juli.

Untergebracht ist die Ausstellung in einem Containeraufbau auf einem rund 30 Meter langen Sattelschlepper. Während eines etwa 25-minütigen Rundgangs werden die Besucherinnen und Besucher virtuell an Orte geführt, an denen Menschen ausgebeutet werden. Thematisiert werden unter anderem der Kakaoanbau in Ghana, die Textilproduktion in Bangladesch, Arbeitsbedingungen in deutschen Fleischbetrieben, Beschäftigungsverhältnisse auf Kreuzfahrtschiffen sowie der Rohstoffabbau für Kosmetikprodukte in Madagaskar.

Für Missio-Präsident Dirk Bingener ist die Arbeit des Missio-Trucks ein Erfolg. Er rühre die Besucher und Besucherinnen mit persönlichen Geschichten der Betroffenen an und ermutige sie gleichzeitig zum Handeln. Damit setze man auch ein politisches Zeichen gegen die Vorstellung, unsere Verantwortung füreinander ende an Landesgrenzen. „Menschenwürde und Solidarität gelten weltweit“, so Bingener.

Menschenwürde endet nicht an Grenzen

Politik, Unternehmen und Verbraucher trügen Verantwortung dafür, gegen Ausbeutung und sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse vorzugehen, so der Missio-Chef. Die Ausstellung benenne nicht nur konkrete Missstände. Sie zeige auch, wie bewusster Konsum und politisches Engagement dazu beitragen könnten, moderner Sklaverei den Boden zu entziehen.

Im vergangenen Jahr machte der Truck an 26 Schulen in 13 katholischen Bistümern Halt. Zu den weiteren Stationen gehörten das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Deutsche Evangelische Kirchentag sowie die Messe „Fair Handeln“ in Stuttgart. Besonders großen Zuspruch verzeichnete die Ausstellung nach Angaben von Missio am Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken, wo sich rund 500 Menschen auf der Einheitsmeile über moderne Formen der Sklaverei informierten, darunter zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft.

Als Hilfswerk unterstützt Missio Aachen auch selbst kirchliche Partner in Afrika, Asien und Ozeanien im Kampf gegen moderne Sklaverei, Menschenhandel und Ausbeutung. Die geförderten Partner böten Betroffenen Schutz, rechtliche Beratung, Bildung und berufliche Perspektiven, heißt es in einer Mitteilung der Organisation. Gleichzeitig setzten sie sich für wirksame Gesetze, bessere Kontrollen und die strafrechtliche Verfolgung derjenigen ein, die für Ausbeutung Verantwortung tragen.

Text: dr | Bild: Christian Schnaubelt/Missio Aachen

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