Wegen seiner christlichen Geschichte und symbolischen Bedeutung wurde das Dorf Monhla bereits mehrfach von Truppen der Militärjunta in Myanmar attackiert, bombardiert und in Brand gesetzt. Nun gab es dort wieder Opfer.
Die Militärjunta von Myanmar hat den Heimatort des ersten und einzigen Kardinals des Landes bombardiert. Bei dem Angriff auf Monhla in der Region Sagaing seien eine ältere Frau ums Leben gekommen und zwei weitere Personen verletzt worden, berichtet am Dienstag das myanmarische Exilnachrichtenportal Mizzima. Monhla ist ein jahrhundertealtes, von portugiesischen Söldnern und Abenteurern gegründetes Dorf, in dem sowohl Katholiken als auch Buddhisten leben. Dort wurde 1948 Kardinal Charles Bo (77) geboren.
Der Angriff reiht sich in eine anhaltende Serie von Luftangriffen des Militärs in der Region Sagaing ein. Als Kernland von Myanmars Mehrheitsethnie der Bama gehört Sagaing zu den am stärksten von Angriffen der Luftwaffe der Junta betroffenen Regionen. Bis zum Putsch von 2021 standen die Bama loyal zu Myanmars Militär. Danach hatten sich die Bama aber erst dem friedlichen und später dem bewaffneten Widerstand gegen das Regime angeschlossen.
Monhla ist eines der 13 Dörfer im Mu-Tal in der Region Sagaing im Norden von Myanmar, deren Bewohner Nachfahren von Portugiesen aus dem 16. und 17. Jahrhundert sind. Sie haben ihren katholischen Glauben und ihre portugiesische Identität über Jahrhunderte bewahrt.
Kardinal Bo ist sowohl in der Kirche als auch im Widerstand wegen verschiedener Treffen mit Putschgeneral Min Aung Hlaing nicht unumstritten. Bo und seine Unterstützer betonen hingegen die Notwendigkeit zum Dialog mit den Machthabern. Der Kardinal hat sich immer wieder für Frieden, humanitäre Hilfe und ein Ende der Gewalt in Myanmar eingesetzt.
Text: KNA | Bild: Xookits/stock.adobe.com (Symbolbild)







