Schon über 700 Tote – die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich mit ungeahnter Geschwindigkeit aus. Die medizinische Unterstützung könne da bald nicht mehr mithalten, warnen Helfer.
Gut zwei Monate nach dem Auftreten der ersten Fälle breitet sich das Ebolafieber weiter in der Demokratischen Republik Kongo aus. Inzwischen seien fast 2.000 Infektionen und über 700 Tote durch das Virus erfasst, teilte Ärzte ohne Grenzen am Mittwoch mit. Die Geschwindigkeit, in der die Krankheit sich ausbreite, übersteige dabei alle bisherigen Ausbrüche.
Mit rund 90 Prozent entfällt demnach der Großteil aller registrierten Fälle weiterhin auf die Provinz Ituri an der Grenze zu Uganda. Die Menschen in der von anhaltenden militärischen Konflikten geprägten Region hätten kaum Zugang zu medizinischer Versorgung, so die Hilfsorganisation. Grenzschließungen und andere behördliche Auflagen erschwerten es zudem, benötigte Fachkräfte ins Land zu bringen.
Das Ebola-Virus ist ein selten auftretender und äußerst aggressiver Erreger. Die Symptome ähneln einer Malaria- oder Grippe-Infektion. Zumeist haben die Betroffenen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, leiden an Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Die Sterblichkeit liegt je nach Virus-Variante bei 25 bis 90 Prozent.
Die derzeitige Aufstellung der medizinischen Hilfe sei nicht ausreichend, erklärte die Programmleiterin für Notfalleinsätze bei Ärzte ohne Grenzen, Trish Newport. „Wir laufen dem Ausbruch hinterher, statt ihm einen Schritt voraus zu sein.“ Das internationale Vorgehen gegen Ebola müsse finanziell verstärkt und besser koordiniert werden. „Nur so kann verhindert werden, dass dieser Ausbruch zu einer Krise wird, die wir nicht mehr eindämmen können.“
Auch die deutsche Bundesregierung müsse ihre Hilfen weiter aufstocken. Erst vor einem Monat hatte das Bundesentwicklungsministerium erklärt, den Kampf gegen Ebola stärker unterstützen zu wollen. Dazu sollen zusätzlich 13 Millionen Euro aufgewendet werden.
Text: KNA | Bild: weltkirche.de (Daten Hintergrundkarte: OpenStreetMap-Mitwirkende)


