Papst Leo XIV. spricht bei einem Gottesdienst an Aschermittwoch, dem 18. Februar 2026, in der Basilika Santa Bild: Sabina all'Aventino in Rom (Italien). Lola Gomez/Pool/Romano Siciliani/KNA

Papst: Es gibt genug Nahrung für alle, doch man „nährt“ lieber Kriege

Zum zweiten Mal war ein Papst am Sitz des Welternährungsprogramms in Rom, einer Hilfsorganisation der Vereinten Nationen. Leo XIV. nutzte den Besuch für klare Botschaften an die Welt.

Papst Leo XIV. hat den Teufelskreis zwischen Kriegen, Ernährungskrisen und Migration verurteilt. Vielen Menschen sei nicht bewusst, dass Hunger häufig Ursache für Konflikte sei, die wiederum mehr Hunger verursachten, was in vielen Teilen der Welt zu immer größeren Schwierigkeiten führe, sagte er am Montag in Rom. Dabei hätte die Nahrungsmittelindustrie heute genug Kapazitäten, um alle Menschen zu ernähren.

„Doch allzu oft fließen die Mittel in die Schürung von Kriegen und Konflikten; die Folge ist, dass der Hunger in einigen Teilen der Welt sogar noch zunimmt“, beklagte der Papst bei einem Besuch am Sitz des UN-Welternährungsprogramms WFP. Auch die weltweite Migrationskrise sei oft Folge von Konflikten und extremen Hungersnöten, „die Menschen dazu zwingen, ihre Heimat zu verlassen – nicht aus freiem Willen, sondern weil sie es müssen, um zu überleben“, gab er zu bedenken.

Der Papst dankte den Mitarbeitenden des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, der größten globalen Hilfsorganisation in Hungerkrisen. Ihre Arbeit, die die Kirche nachdrücklich unterstütze und mit ihren Strukturen vor Ort fördern wolle, sei auch ein Dienst an der Menschenwürde. Es gehe nicht nur um die lebenswichtige Soforthilfe für Hungernde, sondern auch darum, „die tieferliegenden Ursachen des Hungers in Ihren jeweiligen Einsatzgebieten zu erkennen und Lösungen für diese Probleme zu finden“, betonte der Papst.

Dies sei besonders wichtig in einer zunehmend polarisierten Welt, in der die Zerstörung menschlicher Beziehungen voranschreite. Zugleich würden neue Technologien oft nicht zum Wohl des Menschen benutzt, sondern dazu, Konflikte und Kriege voranzutreiben, kritisierte Leo XIV. bei einem Gruß vor Mitarbeitenden unter anderem aus dem Senegal, Libanon und Venezuela.

Zuvor hatte der Papst eine Grundsatzrede gegen den Hunger in der Welt gehalten. Anlass seines Besuchs bei der UN-Einrichtung war die jährliche Sitzung des WFP-Verwaltungsrats, zu der er laut Vatikan-Angaben vom Exekutivdirektor eingeladen worden war. Als erster Papst hatte Franziskus 2016 die Organisation besucht.

Das zu den Vereinten Nationen gehörende WFP wurde 1961 gegründet und leistet humanitäre Hilfe in Krisen und bei Hungersnöten. Im Rekordjahr 2024 gab es dafür 9,6 Milliarden Euro aus und half rund 125 Millionen Menschen in Not. Mit Abstand größter Geldgeber des WFP sind auch unter Präsident Donald Trump die USA mit rund 4 Milliarden Euro, gefolgt von Deutschland mit etwa einer Milliarde Euro.

Text: KNA | Bild: Sabina all’Aventino in Rom (Italien). Lola Gomez/Pool/Romano Siciliani/KNA

Mehr aus der Weltkirche

  • Die Ware „Mensch“

    Die Ware „Mensch“

    Menschenhandel gilt zu Recht als eines der abscheulichsten Verbrechen unserer Zeit – und es ist zugleich ein Milliardengeschäft. Die Europäische Union schätzt die Profite, die mit der „Ware Mensch“ gemacht werden, auf mehr als 46,9 Milliarden Euro pro Jahr. Und einer erst kürzlich vorgestellten Studie der EU-Kommission zufolge hat der Menschenhandel in der Europäischen Union…


  • Das „System Menschenhandel“

    Das „System Menschenhandel“

    Menschenhandel – ein perfides Verbrechen. Die Täter agieren lautlos, skrupellos und grenzenlos. Ihre Opfer schweigen aus Angst und Scham. Die Profiteure bleiben unerkannt. Das macht Ermittlungen schwierig. Verlässliche Zahlen gibt es nicht, die Dunkelziffern sind hoch. Anhand des Schicksals einer jungen Rumänin in Deutschland zeigt Inge Bell, wie das unfassbare System Menschenhandel hier und heute…



Weitere Weltkirche-Meldungen: