Nachrichten aus der Weltkirche. Bild: billionphotos.com/stock.adobe.com

Meldestelle: Mehr Fälle von Hass auf Sinti und Roma

Seit vier Jahren dokumentiert eine Meldestelle Fälle von Antiziganismus. Die Zahlen zeigten deutlich, dass es sich bei der Ablehnung von Sinti und Roma nicht um ein Randphänomen handele, sagt der Geschäftsführer.

Die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus verzeichnet für 2025 eine erneute Zunahme von gegen Sinti und Roma gerichteten Fällen. Wie aus dem am Dienstag vorgestellten vierten Jahresbericht der Stelle hervorgeht, stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um ein knappes Viertel von 1.678 auf 2.076. „Unsere Zahlen zeigen deutlich, dass Antiziganismus in Deutschland kein Randproblem ist, sondern alltägliche, gesellschaftliche Realität“, sagte der Geschäftsführer Guillermo Ruiz.

Die Lage sei sehr besorgniserregend. Immer mehr Sinti, Roma und andere von Antiziganismus betroffene Menschen berichteten über eine stetige Zunahme von Diskriminierung, Beleidigungen, Anfeindungen und Gewalt. „Antiziganismus darf nicht länger verharmlost oder übersehen werden“, forderte Ruiz.

In jedem dritten Fall, der sich gegen eine konkrete Person richtete, waren im vergangenen Jahr laut der Stelle Kinder und Jugendliche betroffen. Das beginne bereits in der Schule: So erhalte man regelmäßig Meldungen über Mobbing und Diskriminierung durch Mitschüler und Lehrkräfte.

Die Zahlen aus dem Jahresbericht basieren auf der bundesweiten Arbeit der Bundesgeschäftsstelle sowie von sechs regionalen Meldestellen in Bayern, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein. Die steigende Zahl der Meldungen kann auch damit zusammenhängen, dass die Meldestellen bekannter werden.

Text: KNA | Bild: billionphotos.com/stock.adobe.com

Mehr aus der Weltkirche

  • Die Ware „Mensch“

    Die Ware „Mensch“

    Menschenhandel gilt zu Recht als eines der abscheulichsten Verbrechen unserer Zeit – und es ist zugleich ein Milliardengeschäft. Die Europäische Union schätzt die Profite, die mit der „Ware Mensch“ gemacht werden, auf mehr als 46,9 Milliarden Euro pro Jahr. Und einer erst kürzlich vorgestellten Studie der EU-Kommission zufolge hat der Menschenhandel in der Europäischen Union…


  • Das „System Menschenhandel“

    Das „System Menschenhandel“

    Menschenhandel – ein perfides Verbrechen. Die Täter agieren lautlos, skrupellos und grenzenlos. Ihre Opfer schweigen aus Angst und Scham. Die Profiteure bleiben unerkannt. Das macht Ermittlungen schwierig. Verlässliche Zahlen gibt es nicht, die Dunkelziffern sind hoch. Anhand des Schicksals einer jungen Rumänin in Deutschland zeigt Inge Bell, wie das unfassbare System Menschenhandel hier und heute…



Weitere Weltkirche-Meldungen: