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Unruhen in Belfast – Bischof: Religionskonflikt ist Mitursache

Eine Erinnerung an dunkle Zeiten: Nach einem Messerangriff brennen im nordirischen Belfast seit Tagen Autos. Ein Bischof erklärt, warum der Religionskonflikt noch dahinter steht.

Die rassistisch motivierten Ausschreitungen im nordirischen Belfast wecken Erinnerungen an den Religionskonflikt, der das Land im vergangenen Jahrhundert tief prägte. Ein Bischof sieht auch in den aktuellen Unruhen noch eine Nachwirkung der sogenannten Troubles – vor allem, da sich der sozial-religiöse Hintergrund seitdem grundlegend verändert hat. So habe die früher überlegene, protestantisch-unionistische Schicht inzwischen ihre Stärke eingebüßt, sagte der Bischof von Derry in Nordirland, Donal McKeown, auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die früher unterlegenen pro-irischen Katholiken hätten stattdessen deutlich an Selbstvertrauen gewonnen und blickten hoffnungsvoller in die Zukunft. „Auf der protestantischen Seite gibt es seitdem ein Identitätsproblem. Die protestantische Arbeiterschicht verarmt zunehmend, ihre Möglichkeiten für Arbeit und Bildung sind stark eingeschränkt“, erklärt McKeown.

In diesem Klima gebe es einen reichen Nährboden für die Gewalt, so der Bischof. „Es gibt in Nordirland, wie auch in anderen europäischen Staaten, einen neuen Nationalismus, der die Probleme der Gesellschaft auf einfache Formeln herunterbricht. Den Menschen, besonders in den ärmeren protestantischen Vierteln in Belfast, wird gesagt, ohne die Migration ginge es ihnen besser.“ Politische Akteure nutzten die Unzufriedenheit für ihre Zwecke aus. Dazu zählten rechtspopulistische Politiker in London ebenso wie globale Akteure, etwa Unternehmer und Neu-Billionär Elon Musk. Dieser hatte auf seiner Plattform X den Auslöser der Unruhen, den Messerangriff eines sudanesischen Migranten auf einen 30-jährigen Mann, wiederholt thematisiert, und die Briten zum „Kampf“ gegen Migration aufgerufen.

Rassismus und Gewalt seien aus Sicht der Kirche zu verurteilen, betonte McKeown. Gleichzeitig mahnte er Offenheit für den Dialog an. Unzufriedenheit und Probleme müssten anerkannt werden. „Die jungen Menschen, die auf die Straße gehen, sind nicht diejenigen, die davon profitieren werden. Im Gegenteil, sie werden verhaftet und kommen vielleicht ins Gefängnis, während die, die sie aufgewiegelt haben, ihre Ziele erreichen können.“ Der Bischof hofft deshalb auf eine gesamtgesellschaftliche Lösung und ruft auch die Politik zum Handeln auf. „Die Politiker müssen mehr Willen zur Mitarbeit zeigen. Das würde einen positiven Effekt haben.“

Text: KNA | Bild: billionphotos.com/stock.adobe.com

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