Flagge von Myanmar auf brüchiger Mauer Bild: Xookits/stock.adobe.com (Symbolbild)

Viele Tote nach Explosion eines Sprengstoffdepots in Myanmar

In Myanmar gibt es immer wieder Unfälle in Sprengstoffdepots. Oft geht es um Bergbau für den Export nach China, der große Umweltschäden verursacht und die Landwirtschaft beeinträchtigt.

Bei einer Explosion in einem Sprengstofflager im nordmyanmarischen Teilstaat Shan sind mindestens 56 Zivilisten getötet und 150 weitere verletzt worden. Das teilten Rettungskräfte am Montag dem Exilnachrichtenportal Democratic Voice of Burma mit. Die meisten Verletzten aus dem Dorf Kaungtup im Township Namhkam befinden sich demnach in kritischem Zustand im Krankenhaus. Ein Rettungshelfer erklärte, es brauche dringend Bluttransfusionen.

Laut der Rebellen-Befreiungsarmee TNLA, einer der mächtigsten ethnischen Minderheitengruppen in Myanmar, wurden bei der Explosion des für den Bergbau bestimmten Sprengstoff am Sonntag auch mehr als 200 Häuser zerstört. In Namhkam werden im offenen Tagebau Silicium-Dioxid und Kieselsäure gefördert, größtenteils zum Export nach China. Die Förderung des Minerals verursacht große Umweltschäden und Beeinträchtigungen der Landwirtschaft.

In Myanmar gibt es immer wieder Unfälle in Sprengstoffdepots. Eine Explosion in einer Schießpulverfabrik in der Gemeinde Pangsang forderte Anfang April 160 Todesopfer. Das rund 110 Kilometer von Namhkam entfernte Pangsang liegt an der Grenze zu China in der Selbstverwaltungsregion Wa. Die dortige Vereinigte Wa-Staatsarmee (UWSA) zählt zu den bestbewaffneten und kampfstärksten autonomen Milizen in Myanmar. Die USWA wird von China finanziell und mit Waffen unterstützt.

Myanmar befindet sich seit dem Militärputsch von 2021 in einem Bürgerkrieg. Die Streitkräfte des Regimes kämpfen gegen eine Vielzahl prodemokratischer Guerillas sowie gegen einflussreiche bewaffnete Gruppen ethnischer Minderheiten.

Text: KNA | Bild: Xookits/stock.adobe.com (Symbolbild)

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