Papst Leo XIV. bei einem Rosenkranzgebet für den Frieden zum Abschluss des Marienmonats Mai am 30. Mai 2026 vor der Nachbildung der Lourdesgrotte in den Vatikanischen Gärten im Vatikan. Bild: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

Keine naive Illusion: Friedensappell des Papstes bei weltweitem Rosenkranzgebet

Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat Papst Leo XIV. ein weltweites Friedensgebet angeführt. In den vatikanischen Gärten nahm er am traditionellen Rosenkranzgebet teil. Die Kriegsherren der Welt beschwor er zur Umkehr.

Vor dem Hintergrund anhaltender Kriege in Osteuropa und in Nahost sowie wachsender Kriegsgefahren in anderen Teilen der Welt hat der Papst erneut eine Umkehr zum Frieden gefordert. Er tat dies am Samstagabend in einer Ansprache nach einem feierlichen Rosenkranzgebet in den Vatikanischen Gärten, an dem sich zeitgleich an 16 Wallfahrtsorten der Erde Zehntausende Gläubige beteiligten.

Zum Abschluss des traditionellen Rosenkranzgebets, bei dem Maria als „Königin des Friedens“ um Hilfe angerufen wurde, sagte Leo XIV.: „Auch in dieser Zeit der Spannungen und Konflikte wird Frieden möglich, wenn man bereit ist, den Schrei derer zu hören, die seiner beraubt sind: der unschuldigen Kinder, der verzweifelten Mütter und Väter, der misshandelten Gefangenen, der Flüchtlinge, der leidenden Menschen jeden Alters. Sie alle haben nur ein einziges Wort auf den Lippen: Frieden!“ 

Weiter betonte der Papst, der Friede sei keine „naive Illusion oder eine Angelegenheit, die interessengeleitet gehandhabt werden kann.“ Vielmehr müsse man ihn mit aufrichtigem Herzen suchen. Friede entstehe aus „der Gerechtigkeit und der Liebe, als eine Harmonie, die Menschen, Familien, Gemeinschaften und Völker verbindet.“

Friede sei immer möglich, denn er sei ein Geschenk Gottes. Das Gebet um den Frieden sei deshalb ein Auftrag und eine Prophezeiung. „Es darf in unseren Städten kein Weinen Unschuldiger mehr geben; niemand soll wegen der Bedrohung durch Bomben aus seinem Zuhause fliehen müssen; Machtgier und verbale Gewalt werden dem Durst nach Gerechtigkeit und Wahrheit weichen“, so der Papst. Erneut forderte er auch eine verbale Abrüstung und die Vermeidung jeglicher verbaler oder körperlicher Gewalt, auch in den sozialen Medien.

Zeitgleich mit dem Papst und zahlreichen im Vatikan versammelten Menschen nahmen Zehntausende an 16 Marienpilgerorten in vier Kontinenten an dem Gebet teil. Die Orte waren untereinander durch Video-Übertragungen auf Großbildschirmen verbunden. Unter anderem beteten Menschen in Zarvanytsya (Ukraine), Bagdad (Irak), Aparecida (Brasilien) Awali (Bahrain), Tschenstochau (Polen), Fatima (Portugal), Medjugorje (Bosnien-Herzegowina), Guadalupe (Mexiko), Elele (Nigeria), Vilnius (Litauen), Byblos (Libanon), Altötting (Deutschland) und Washington DC (USA) mit dem Papst um Frieden.

Text: KNA | Bild: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

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