Blick von unten auf einen Birnbaum der Sorte Stuttgarter Gaishirtle. Bild: Damian Raiser/weltkirche.de

130 christliche Verbände fordern EU zu mehr Klima-Engagement auf

Zahlreiche christliche Gruppen aus mehreren europäischen Ländern halten die EU-Klimapolitik für viel zu lasch. In einem gemeinsamen Appell fordern sie striktere Vorgaben.

Ein Bündnis von mehr als 100 christlichen Organisationen aus zahlreichen europäischen Ländern fordert von der EU mehr Einsatz für den Klimaschutz. In dem am Mittwoch veröffentlichten Appell heißt es, Europa stehe vor der Wahl: „den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen anzuführen oder sich auf die Seite der umweltschädlichsten Unternehmen zu stellen“.

Die Europäische Union solle ihren Gründungswerten der Menschenwürde und der Menschenrechte treu zu bleiben und mutige Ziele zu setzen, um die Gegenwart und die Zukunft zu schützen, so die Initiative. Trotz der vielen globalen Krisen dürfe die dringende Notwendigkeit, den Klimakollaps durch konsequente Reduktion von Treibhausgasemissionen, nicht verdeckt werden.

Zu den Unterzeichnern zählen unter anderen das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), die zentraleuropäische Provinz der Jesuiten, Caritas Europa sowie mehrere christliche Klimaschutzgruppen und Ordensverbände.

Gemeinsam fordern sie die EU auf, eine gerechte Energiewende entschieden voranzutreiben. Dies decke sich mit der Stimmung in der Bevölkerung. Umso befremdlicher sei es, dass die EU derzeit ihre eigene Gesetzgebung aufweiche und ihre Rolle als globaler Vorreiter im Klimaschutz vernachlässige. Verpflichtungen würden verzögert oder gelockert, Schutzmaßnahmen abgebaut.

Für Ausstieg aus fossilen Brennstoffen

„Schluss mit dem Aufschub bei der Klimapolitik!“, erklärte ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp zum Start der Kampagne mit dem Titel „Europa, bleibe unserem gemeinsamen Haus treu“. Es sei an der Zeit, Gesetze zu machen, um ambitionierte Klimaziele zu erreichen.

Ähnlich äußerte sich Anja Appel, Geschäftsführerin der Koordinierungsstelle Internationale Zusammenarbeit & Weltkirche der Österreichischen Bischofskonferenz. „Alle politischen Entscheidungsträger sind sich der Fakten zur Klimakrise bewusst. Die Maßnahmen, die wir fordern, sind nichts anderes als logische Konsequenzen. Alles andere wäre unverantwortlich“, sagte sie.

Georg Sauerwein von der Christlichen Initiative Klimagerechtigkeit wies auf die sozialen Folgen weiterer Untätigkeit hin. „Während die Kosten fossile Energie gerade arme Bürger*innen belasten, beobachten wir die Verlangsamung der nötigen Transformation durch zunehmende Angriffe auf etablierte Gesetze“, so Sauerwein. Der Appell setze daher ein klares Zeichen für Menschen und gegen die Interessen veralteter Industrie.

Konkret fordern die Initiatoren etwa die Einführung einer Sondersteuer auf die Gewinne fossiler Unternehmen und einen Subventionsstopp. Zudem verlangen sie eine Ausstiegsstrategie, um die Abhängigkeit der EU von fossilen Brennstoffen zu beenden – „für Kohle bis 2030, Gas bis 2035 und Öl bis 2040“ und Investitionen in saubere Energie und Suffizienz.

„Europa treu zu sein bedeutet, die Würde jedes Menschen, den inneren Wert der gesamten Schöpfung zu achten und angesichts der ökologischen Krise mit Mut und Dringlichkeit zu handeln. Es bedeutet einen gerechten und raschen Übergang weg von fossilen Brennstoffen hin zu einer auf erneuerbaren Energien basierenden Kreislaufwirtschaft, um unser gemeinsames Haus zu schützen“, heißt es in dem Appell.

Die Petition Europa, bleibe unserem gemeinsamen Haus treu hier im Volltext: https://www.koo.at/dl/pKutJKJKMnoOnJqx4KJK/Europa_bleibe_unserem_gemeinsamen_Haus_treu_pdf

Text: KNA/KOO | Bild: dr/weltkirche.de


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