Rund 167 Millionen alte Handys vermutet der Digitalverband Bitkom in deutschen Haushalten. Für „Recyceln statt Ausbeuten“ wirbt das Hilfswerk Missio Aachen. In diesem Jahr feiert die Handysammelaktion Jubiläum.
Das katholische Hilfswerk Missio Aachen ruft zum Spenden ausgemusterter Handys und Smartphones auf, um das darin enthaltene Gold zu verwerten. „Weil allein in Deutschland insgesamt rund 6.000 Kilogramm Gold in diesen Altgeräten stecken, müssen wir diese wertvolle Ressource nutzen“, erklärte Missio-Präsident Dirk Bingener anlässlich der „Woche der Goldhandys“ des Hilfswerks von diesem Montag bis Sonntag. Seit zehn Jahren initiiert Missio die Spendenaktion.
Projektpartner seien in diesem Jahr die Deutsche Telekom und das Recycling-Unternehmen Interzerno. Gemeinsam mit den Partnern werde das Spenden der Altgeräte nun noch einfacher und unkomplizierter. Auch beim Katholikentag in Würzburg, der am Mittwoch beginnt, können alte Smartphones abgegeben werden. Ein bundesweites Netz an Annahmestellen baue Missio aktuell auf.
Der Digitalverband Bitkom schätzt die Zahl ausrangierter Handys und Smartphones in deutschen Haushalten auf 167 Millionen; 2022 seien es noch 210 Millionen gewesen. Basis für die im April veröffentlichte Hochrechnung ist eine repräsentative Befragung von rund 1.000 Personen in Deutschland ab 16 Jahren.
Seit Beginn der Sammelaktion habe Missio rund 522.000 Altgeräte für den guten Zweck spenden können. „Recyceln statt Ausbeuten“ lautet der Slogan des Hilfswerks. Was die Produktion von Smartphones für afrikanische Länder bedeute, habe Präsident Bingener bei einer Reise nach Ghana sehen können. Neben einer Elektroschrotthalde in der Hauptstadt Accra, auf der auch europäische Geräte landen, besuchte er eine Goldmine, in der unter schlechten Arbeitsbedingungen das Edelmetall geschürft werde.
Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de






