Helfen im Krieg ist lebensgefährlich: 21 Helfer von Ärzte ohne Grenzen sind in den vergangenen zehn Jahren bei Angriffen getötet worden. Staatliche Akteure sind mitschuldig.
21 Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen sind in den vergangenen zehn Jahren getötet worden. Es geht um medizinisches und humanitäres Personal, das bei 15 Angriffen ums Leben kam, wie die internationale Hilfsorganisation am Donnerstag in Berlin mitteilte. Angriffe auf medizinisches Personal haben demnach ein Rekordhoch erreicht. Allein im vergangenen Jahr habe es mehr als 1.300 Angriffe auf medizinische Einrichtungen gegeben.
„Was einst als Ausnahme galt, ist heute zur Normalität geworden“, beklagte der internationale Präsident von Ärzte ohne Grenzen, Javid Abdelmoneim. „Wir beobachten, dass der Schutz von medizinischer Hilfe in Ländern, die sich im Krieg befinden, eklatant missachtet wird.“
Den Angaben zufolge sind zunehmend Staaten für die Gewalt gegen medizinisches Personal und Einrichtungen verantwortlich. Mehr als 80 Prozent der dokumentierten Angriffe gingen demnach auf staatliche Akteure zurück. Als Beispiele nannte die Organisation Syrien, den Jemen, die Ukraine und die besetzten palästinensischen Gebiete.
Ärzte ohne Grenzen zog anlässlich des zehnten Jahres nach Verabschiedung der UN-Resolution 2286 Bilanz. Mehr als 80 Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, hatten sich am 3. Mai 2016 verpflichtet, medizinisches und humanitäres Personal sowie entsprechende Infrastruktur, Transportmittel und Ausrüstung zu schützen.
Text: KNA | Symbolbild: Mohammed Ibrahim/KNA


