Flagge des Libanon in Beirut 2025. Bild: Andrea Krogmann/KNA

Militärhaft für israelische Soldaten wegen Kreuzschändung

Weil er im Einsatz im Libanon eine Jesusfigur am Kreuz geschändet hat, muss ein israelischer Soldat ins Militärgefängnis. Zusammen mit ihm wird der Fotograf der Tat bestraft.

Ein israelischer Soldat, der im südlibanesischen Dorf Debel ein Kreuz geschändet hat, muss für 30 Tage in Militärhaft. Die gleiche Strafe erhält der Soldat, der die Tat fotografiert hat, wie die israelische Armee auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag mitteilte. Beide Soldaten werden vom Kampfeinsatz abgezogen.

Weitere sechs Soldaten waren bei dem Vorfall anwesend und unternahmen nichts, um ihn zu verhindern oder zu melden, wie die Armee weiter mitteilte. Über mögliche Konsequenzen für sie werde nach klärenden Gesprächen zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Ferner werde man den Truppen die Vorschriften zum Umgang mit religiösen Einrichtungen und Symbolen einschärfen. Das Verhalten der Soldaten sei „völlig von den Befehlen und Werten der israelischen Streitkräfte“ abgewichen.

Auf der Plattform X teilte die Armee mit, das Kreuz sei in Absprache mit der Gemeinde in Debel ersetzt worden.

Am Sonntag war in Sozialen Medien ein Foto erschienen, das einen israelischen Soldaten zeigt, wie er mit einem Spalthammer einer Figur des gekreuzigten Jesus auf den Kopf schlägt. Die israelische Armee bestätigte daraufhin die Echtheit des Bildes. Kirchenvertreter und Organisationen verurteilten die Tat. Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von Missio Aachen, forderte umfassende Aufklärung. „Wir hoffen, dass die israelische Regierung die angekündigte Aufklärung umfassend vorantreibt, die notwendigen Maßnahmen ergreift und eine Entschuldigung erfolgt“, sagte Pfarrer Bingener am Montagmorgen. Die Bundesregierung solle sich ebenfalls für eine solche Aufklärung bei der Regierung Israels und den Schutz der Zivilbevölkerung einsetzen. 

Rund 150 Rabbiner und jüdische Persönlichkeiten entschuldigten sich am Dienstag mit einem offenen Brief bei Christen in aller Welt. Sie sprachen von einer „Schändung des Namens Gottes“ sowie einem „abscheulichen Verrat an jüdischen Werten“.

Text: KNA | Bild: Andrea Krogmann/KNA

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