Vor 12 Jahren war das Textilbündnis mit viel Energie gestartet, um für mehr Nachhaltigkeit in der Kleidungsindustrie zu sorgen. Doch die Hürden waren groß. Nun präsentiert das Entwicklungsministerium ein neues Netzwerk.
Nachhaltigkeit in der Kleidungsindustrie erhält ein neues Unterstützungsformat. Das Entwicklungsministerium startete am Montag das Netzwerk „Dialogue and Impact for Sustainable Textiles“ (DST). Das Netzwerk ist Nachfolger des bisherigen Bündnisses für nachhaltige Textilien und soll die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft und Politik wirksamer und verbindlicher gestalten, wie es aus dem Ministerium hieß.
Ziel des neuen Formats ist es, Arbeitsbedingungen, Umweltstandards und soziale Rechte entlang globaler Textillieferketten weiter zu verbessern. Der Fokus soll aber stärker als bislang auf Initiativen direkt in den Produktionsländern liegen. Dafür sollen auch lokale Wirtschaftsverbände, internationale sowie lokale Gewerkschaften und lokale Nichtregierungsorganisationen in den Dialog und die Umsetzung einbezogen werden.
„Unser Ziel bleibt gleich: Nachhaltigkeit im Textilsektor fördern und unternehmerische Verantwortung in der Produktion konsequent umsetzen, um zukunftsfähige, verantwortungsvolle Textil-Lieferketten zu gestalten“, betonte Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD).
Das nun abgelöste Textilbündnis wurde 2014 auf Initiative des Entwicklungsministeriums gegründet. Damit reagierte die Politik auf den Einsturz der Rana-Plaza-Textilfabrik in Bangladesch. Bei dem Unglück starben mehr als 1.100 Menschen; nahezu 2.500 wurden verletzt.
Die Gründung des Bündnisses war jedoch für den damaligen Minister Gerd Müller (CSU) immer wieder herausfordernd. So schwankte die Mitgliederzahl, da viele Unternehmen und Zusammenschlüsse die verbindlichen Vorgaben nicht erfüllen konnten oder wollten. 2022 stieg die Kampagne für Saubere Kleidung aus dem Bündnis aus, mit der Begründung, dass es zu wenig verändert habe.
Weiter offen ist, was aus dem deutschen Lieferkettengesetz wird. Das soll laut Koalitionsvertrag in seiner jetzigen Form stark reformiert werden, um die Unternehmen zu entlasten. Hintergrund ist auch, das eine EU-weite Regelung bereits verabschiedet ist und ab 2028 greifen soll. Diese wurde zuletzt deutlich entschärft.
Text: KNA | Bild: Julia Steinbrecht/KNA







