Das neue Präsidium der Amazonas-Kirchenkonferenz 2026. Bild: CEAMA

„Etwas Neues entsteht”: Sechste Versammlung der Amazonas-Kirchenkonferenz geht zu Ende

Die VI. Generalversammlung der Kirchlichen Konferenz des Amazonas (CEAMA) ist am 20. März in Bogotá zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die künftige Ausrichtung der kirchlichen Arbeit in der Amazonasregion. Zudem wurde die Leitung neu besetzt.

An der Versammlung nahmen rund 100 Personen teil, darunter Bischöfe, Ordensleute, Priester, Laien sowie Vertreter indigener Völker. Sie befassten sich insbesondere mit einem pastoralen Orientierungsrahmen für die Jahre 2026 bis 2030. Die entsprechenden Leitlinien basieren auf Konsultationen in den betroffenen Regionen und sollen die synodale Weiterentwicklung der Kirche im Amazonasgebiet unterstützen.

Die Versammlung verabschiedete dazu eine Roadmap mit vier zentralen Handlungsfeldern:

  • eine stärker inkulturierte Verkündigung des Evangeliums, inklusive Anpassungen in Liturgie und Ausbildung,
  • das Wachstum als synodale Kirche durch die Erneuerung gemeinschaftlicher Praxis sowie die Stärkung der Rolle von Frauen, Jugendlichen und pastoralen Mitarbeitenden,
  • die Vertiefung einer integralen Ökologie, insbesondere im Einsatz für den Schutz von Wasser, Territorien und Lebensgrundlagen,
  • sowie die Förderung von Gemeinschaft und nachhaltigen Strukturen durch bessere Vernetzung, Kommunikation und Ausbildung.

Zudem wurden die Leitungsämter der CEAMA neu besetzt. Präsident ist künftig der Erzbischof von Manaos (Brasilien), Kardinal Leonardo Ulrich Steiner OFM. Ihm zur Seite stehen als Vizepräsidentinnen und -präsidenten mehrere Personen aus Gruppen, die für die Arbeit der CEAMA als wichtig identifiziert wurden. So vertritt Pfarrer Jesús Huamán Conisilla aus dem Apostolischen Vikariat Puerto Maldonado (Peru) künftig die Priesterschaft im CEAMA-Präsidium. Juan Urañavi, aus dem Apostolischen Viakariat Ñuflo de Chávez und Angehöriger der indigenen Gemeinschaft Guaraya (Bolivien) soll indigene Stimmen hörbar machen. Als Vertreterin der Laien wurde Marva Joy Hawksworth aus dem Bistum Georgetown (Guyana) zur Vizepräsidentin gewählt. Aus den Ordensgemeinschaften wird Sr. Sônia Maria Pinho de Matos ASC Teil des Präsidiums.

Kirche mit amazonischem Antlitz

Ein weiterer Schwerpunkt der Generalversammlung lag auf der Zusammenarbeit mit kirchlichen Netzwerken und Initiativen in der Region. Dazu zählen unter anderem das Panamazonische Kirchennetzwerk (REPAM) sowie Bildungsprojekte wie das interkulturelle Netzwerk REIBA und das Amazonische Universitätsprogramm. Die Versammlung unterstrich die zentrale Rolle der Ortskirchen und die Notwendigkeit einer vertieften panamazonischen Zusammenarbeit.

Zu den zentralen Anliegen der CEAMA zählen die Erneuerung der pastoralen Ausbildung in synodaler und inkulturierter Perspektive, die Förderung neuer Dienste und die Stärkung von Verantwortungsträgern, insbesondere unter indigenen Gemeinschaften, Frauen und jungen Menschen. Ebenso wird im Abschlusscommuniqué der Generalversammlung die Bedeutung konkreter Maßnahmen zur Verteidigung von Leben und Territorium hervorgehoben.

Gesprochen wurde auch über die Situation vieler Missionarinnen und Missionare, die unter schwierigen Bedingungen und oft in großer Isolation wirken. Die Versammlung betonte die Bedeutung von Gemeinschaft, gegenseitiger Unterstützung und geistlicher Verbundenheit.

Im Vorfeld der Versammlung hatte Papst Leo XIV. die Bedeutung der missionarischen Aufgabe im Amazonasgebiet hervorgehoben und die Ortskirchen in ihrer Sendung bestärkt. Die Kirchliche Konferenz des Amazonas war nach der Amazonassynode 2019 gegründet und 2021 kirchenrechtlich anerkannt worden. Ihre Geschäftsstelle ist aktuell das Gebäude des Lateinamerikanischen Bischofsrats (CELAM) in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá.

Text: Weltkirche.de mit Information von CELAM | Bild: CEAMA

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