Erneut hat Deutschland weniger Geld für ärmere Länder ausgegeben, als international vereinbart. In absoluten Zahlen ist die Bundesrepublik aber erstmals größter Geber.
Deutschland hat das UN-Finanzierungsziel für Entwicklungszusammenarbeit deutlich verfehlt. Nach vorläufigen Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellte Deutschland 2025 rund 0,56 Prozent seiner Wirtschaftsleistung zur Unterstützung ärmerer Länder bereit. In absoluten Zahlen war Deutschland der größte Geber und überholte damit erstmals die USA.
Mit rund 26 Milliarden Euro lagen die Entwicklungsausgaben um rund 5 Milliarden Euro niedriger als im Vorjahr, wie das Entwicklungsministerium am Donnerstag mitteilte. Damit verfehlte Deutschland wie im Vorjahr das international vereinbarte Ziel, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen.

Hinzu kommt: Ohne Berücksichtigung der Ausgaben für Flüchtlinge im Inland läge die deutsche Quote nur bei 0,46 Prozent. Die endgültigen Zahlen für 2025 wird die OECD voraussichtlich Ende des Jahres veröffentlichen. „Trotz schmerzhafter Einsparungen stehen wir zu unserer internationalen Verantwortung. Das ist angesichts der extremen globalen Herausforderungen, Krisen und Kriege für Millionen von Menschen existenziell“, bekräftigte Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD).
Im internationalen Vergleich lag Deutschland gemessen an seiner Wirtschaftskraft auf Platz sechs hinter Norwegen (1,03 Prozent), Luxemburg (0,99 Prozent), Schweden (0,85 Prozent), Dänemark (0,72 Prozent) und Niederlande (0,58 Prozent).
Text: KNA | Bild: Dilok/stock.adobe.com






