Bischof Dr. Bertram Meier (Augsburg) 2024. Bild: Julia Steinbrecht/KNA

Interreligiöser Dialog und Begegnung zwischen den Religionen – Weltkirche-Bischof Meier in Sarajevo

Der Vorsitzende der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Bertram Meier, ist am Dienstag zu einer viertägigen Reise in Bosnien und Herzegowina eingetroffen. Im Zentrum der geplanten Gespräche und Begegnungen stehen die interreligiöse Zusammenarbeit sowie die Lage der katholischen Minderheit.

Vor seiner Abreise beschrieb Bischof Meier Sarajevo als Stadt, mit der sich ganz unterschiedliche Assoziationen verbinden: Einerseits sei die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina „Schicksalsort“ der europäischen Geschichte, der noch immer die Narben vergangener Konflikte trage, andererseits aber auch das „Jerusalem Europas“, in dem das Zusammenleben der Religionen seit Jahrhunderten zum Alltag gehört – und auch architektonisch sichtbar ist. Seine Reise stehe im Zeichen des Dialogs zwischen den Religionen und Konfessionen, so der Weltkirche-Bischof. Er wolle damit an die Worte von Papst Franziskus anknüpfen, der 2015 den gelungenen Übergang „von einer Kultur des Gegeneinanders … zu einer Kultur der Begegnung“ in der Stadt gewürdigt hatte.

Umfangreiches Programm mit religiösen und politischen Vertretern

Die Agenda der kommenden Tage umfasst nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz eine Reihe von Begegnungen mit den Spitzen von Religionsgemeinschaften und mit Vertretern internationaler Institutionen. So steht ein Besuch an beim Interreligiösen Rat von Bosnien und Herzegowina, der sich im Nachgang des Bosnien-Krieges als wichtiges Forum für Dialog und Versöhnung zwischen den Religionsgemeinschaften bewährt hat. Geplant sind zudem Begegnungen mit dem Großmufti Reisul-ulema Husein Kavazović, dem Erzbischof von Vrhbosna, Tomo Vukšić, sowie mit der Jüdischen Gemeinde in Sarajevo.

Stationen der Reise sind auch die Fakultät für Islamische Studien der Universität Sarajevo und das Jugendpastoralzentrum Johannes Paul II., das sich besonders in der interreligiösen Bildungs- und Versöhnungsarbeit engagiert und eine Frucht des Papstbesuchs 1997 ist. Gespräche soll Bischof Meier zudem mit dem deutschen Botschafter in Bosnien und Herzegowina, Alfred Grannas führen. Auch ein Zusammentreffen mit dem Hohen Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft für Bosnien und Herzegowina, Christian Schmidt, ist den Angaben zufolge geplant.

Fokus auf interreligiösen Dialog – und Solidarität mit der Ortskirche

Bischof Meier betonte, dass ein besonderer Schwerpunkt auf der Begegnung mit Repräsentanten des Islam liege, der in Bosnien mittlerweile mit Abstand die Mehrheitsreligion bildet. Gleichzeitig gehe es ihm darum, Solidarität mit der katholischen Minderheit zu zeigen.

Gerade katholischen Initiativen sei es zu verdanken, so Meier, dass immer wieder neue Räume für Versöhnung entstünden. Ziel der Reise sei es zudem, die politischen und gesellschaftlichen Perspektiven der Menschen in dem Land gut 30 Jahre nach dem Friedensschluss von Dayton besser zu verstehen und klare Signale des interreligiösen Dialogs zu setzen.

Text: weltkirche.de mit Material der DBK | Bild: Julia Steinbrecht/KNA

Mehr aus der Weltkirche


Weitere Weltkirche-Meldungen: