Für die Zukunft junger Menschen ist hochwertige Bildung unabdingbar. Doch trotz Verbesserungen sieht die Realität oftmals anders aus. Auch in Deutschland liegt manches im Argen.
Weltweit sind mehr als 273 Millionen junge Menschen ohne Zugang zu Bildung. Wahrscheinlich liege diese Zahl sogar um 13 Millionen höher, weil Daten aus zehn Krisenländern fehlten, heißt es in dem kürzlich in Paris veröffentlichten Weltbildungsbericht der Unesco.
Rund um den Globus ist demnach mindestens jedes sechste Kind von Bildung ausgeschlossen; nur zwei von drei Jugendlichen schließen die Sekundarschule ab. Hauptgründe seien Bevölkerungswachstum, Krisen und sinkende Bildungsetats.
Mit der Verabschiedung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda hat sich die Weltgemeinschaft verpflichtet, bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherzustellen.
Angesichts der aktuellen Zahlen drohe die Weltgemeinschaft ihr selbst gestecktes Ziel zu verfehlen, bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherzustellen. Das heiße aber nicht, dass der Ansatz grundsätzlich gescheitert sei, so die Autoren des Berichts. Fortschritte seien gleichwohl möglich.
Beispielhaft verweist die Studie mit dem Titel „Access and equity“ („Zugang und Chancengleichheit“) darauf, dass einige Länder die Zahl der Kinder, die keine Schule besuchen, seit dem Jahr 2000 um mindestens 80 Prozent gesenkt hätten. Dazu gehörten Madagaskar und Togo bei den Kindern, Marokko und Vietnam bei den Jugendlichen sowie Georgien und die Türkei bei den jungen Erwachsenen.
Von einem Weckruf sprach die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission Maria Böhmer. Es gelte, Benachteiligungen früh abzubauen und öffentliche Mittel so einzusetzen, dass sie dort ankämen, wo der Unterstützungsbedarf am größten sei.
„Bildungsgerechtigkeit entsteht nicht von selbst – sie ist eine politische Aufgabe“, betonte Böhmer. In Deutschland etwa erreiche weiterhin ein erheblicher Teil der Jugendlichen keinen Abschluss der Sekundarstufe II oder einen Berufsabschluss.
Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de






