Mikroskopuntersuchung auf TB-Bakterien. Tuberkulose. Gesundheit. Bild: KNA-Bild

Papst beklagt wachsende Ungerechtigkeit im Gesundheitsbereich

Die katholische Kirche ist weltweit einer der wichtigsten Träger von Kliniken und medizinischen Einrichtungen. Nach dem Willen des Papstes soll sie sich für eine gerechtere Gesundheitsversorgung einsetzen.

Papst Leo XIV. hat sich besorgt über die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich bei der medizinischen Versorgung gezeigt. Bei einer Begegnung mit Mitgliedern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und kirchlichen Stellen sagte der Papst am Mittwoch, der jüngste WHO-Bericht zur Gerechtigkeit im Gesundheitssystem mache auf die Lage vieler Menschen in Europa aufmerksam, die unter Armut und Einsamkeit litten.

„In vielen Ländern wachsen die Ungleichheiten auf dem Gebiet der Gesundheitsversorgung, wobei immer weniger Menschen Zugang zu den vorhandenen Diensten haben“, beklagte der Papst. Zudem rief er dazu auf, der zunehmend gefährdeten seelischen Gesundheit junger Menschen und ihren unsichtbaren psychischen Verletzungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

„Gesundheit ist kein Luxus für wenige, es ist eine wesentliche Voraussetzung für Frieden in der Gesellschaft“, so der Papst. Die Kirche sei, nicht nur wegen ihrer zahlreichen Aktivitäten auf dem Gebiet der Nächstenliebe und der Bildung, sondern wegen ihrer öffentlichen Rolle dazu berufen, sich für den Fortschritt der Menschheit und für mehr Geschwisterlichkeit einzusetzen. Gemeinsam mit internationalen Organisationen solle sie sich in Europa und darüber hinaus gegen Ungleichheiten bei der medizinischen Versorgung und zugunsten der Schwächsten in der Gesellschaft engagieren.

Die vom Papst am Mittwoch empfangene Gruppe nahm an einem Kongress in Rom teil, den die WHO, der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und die Italienische Bischofskonferenz gemeinsam organisiert haben. Thema der Begegnung ist in Anlehnung an das Evangelium vom Barmherzigen Samariter die Frage: „Wer ist heute mein Nächster?“ An der Versammlung nahmen Regierungs- und Kirchenvertreter aus mehreren europäischen Ländern teil.



Text und Bild: KNA

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