Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 km/h ist der Tropensturm „Gezani“ über Teile Madagaskars hinweggerast. Bäume, Dächer und ganze Häuser wurden mitgerissen, die Behörden sprechen von mehr als 30 Toten. Missio München und Missio Aachen unterstützen die Nothilfe.
Besonders betroffen ist nach Informationen lokaler Medien die Hafenstadt Toamasina, die zweitgrößte Stadt des Landes. „Es ist ein Schauplatz der Verwüstung und des Chaos“, heißt es nach Angaben von Missio München in einer Nachricht des Ökonomen der Erzdiözese Toamasina, Pater Thomas Joseph. Bis zu 90 Prozent der Gebäude seien durch die orkanartigen Böen, durch entwurzelte Bäume und Überschwemmungen schwer beschädigt – darunter auch wichtige Infrastruktur der Kirche. „Dabei müssen wir nun die Ärmsten unterstützen, die es am Schlimmsten getroffen hat.“
Auch Salesianerpater Berthin Solonirina berichtet von den Schäden – und schickt Bilder des verwüsteten Don Bosco Hauses für gefährdete Frauen, das von Missio München gefördert wird. „Es hat kein Dach mehr“, schreibt der Projektpartner verzweifelt. „Um uns herum haben die Menschen nichts mehr. Wir versuchen, so viele wie möglich in der Kirche unterzubringen. Bitte helfen Sie uns!“
Ähnlich dramatisch äußert sich Sr. Marie Odette, Ordensfrau und Partnerin von Missio Aachen in Madagaskar. „Alle kämpfen ums Überleben“, schreibt sie an das Hilfswerk. In Madagaskar leben mehr als drei Viertel der Bewohner in extremer Armut. Die prekäre Situation der Menschen wird durch Folgen des Klimawandels wie längere Dürreperioden und zunehmende Häufigkeit von Wirbelstürmen, zusätzlich verschärft.
Soforthilfe angelaufen
Nach dem verheerenden Tropensturm „Gezani“ in Madagaskar unterstützt Missio München die Opfer der Katastrophe mit einer Soforthilfe von 50 000 Euro. Wie das Hilfswerk berichtet, verteilen Projektpartner vor Ort aktuell Lebensmittel, Hygieneartikel und Medikamente an besonders betroffene Familien. Anschließend sollen erste Häuser so schnell wie möglich wieder bewohnbar gemacht werden.
Auch Missio Aachen stellt in einem ersten Schritt 50.000 Euro für Soforthilfe in den betroffenen Gebieten zur Verfügung. Davon könnten Partner vor Ort schnell Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel und andere lebenswichtige Dinge beschaffen und an betroffene Familien verteilen, heißt es in einer Mitteilung. Die Organisation der Hilfe erfolgt über Pfarreien und kirchliche Einrichtungen, die die Lage in den Gemeinden genau kennen und besonders verletzliche Menschen erreichen. In vielen Regionen sind laut Informationen von Missio Aachen kirchliche Einrichtungen die ersten Anlaufstellen, wenn Häuser zerstört sind, die Versorgung zusammenbricht und Menschen dringend Schutz und Unterstützung brauchen.
Der Zyklon war bereits der zweite innerhalb weniger Wochen, der den Inselstaat traf. Behörden melden mindestens 38 Tote und Hunderte Verletzte. Zehntausende Menschen sind obdachlos.
Papst gedenkt der Opfer
Am Wochenende hat auch Papst Leo XIV. an die Opfer der Wirbelstürme auf Madagaskar erinnert. Er sei den betroffenen Menschen nahe und bete für die Toten, ihre Angehörigen und alle, die Schäden erlitten haben, sagte der Papst am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz nach Angaben der Katholische. Nachrichtenagentur.
Madagaskar ist 2026 Beispielland zum Weltmissionsmonat, der sich in diesem Jahr zum hundertsten Mal jährt. Im Oktober werden Missio-Partnerinnen und -Partner verschiedener Regionen der Insel in Deutschland sein, um von den Herausforderungen für die Kirche vor Ort und von ihrer Arbeit zu berichten. Auch Pater Thomas Joseph aus Toamasina wird dann zu Gast sein.
Mehr Informationen zu Missio München finden Sie auf missio.com.
Mehr Informationen zu Missio Aachen finden Sie auf missio-hilft.de.
Text: weltkirche.de mit Information von Missio München, Missio Aachen und KNA | Bild: Berthin Solonirina/Missio München







