Papst Leo XIV. schaut ernst. Bild: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

Papst mahnt USA und Russland zu Fortsetzung von Nuklearabkommen

Ein neues atomares Wettrüsten droht: Am Donnerstag endet der Nuklearvertrag zwischen den USA und Russland. Kurz vor Ablauf des Abkommens meldet sich der Papst und fordert eine Fortsetzung.

Papst Leo XIV. hat für eine Fortsetzung des Atomwaffenvertrags „New Start“ zwischen den USA und Russland geworben. Das Abkommen, das die nukleare Aufrüstung beider Staaten begrenzt, läuft am Donnerstag aus. „Ich bekräftige meine Unterstützung für alle konstruktiven Bemühungen um Abrüstung und gegenseitiges Vertrauen und fordere eindringlich dazu auf, dieses Instrument nicht fallen zu lassen, ohne zu versuchen, ihm eine konkrete und wirksame Fortsetzung zu gewährleisten“, sagte der Papst am Mittwoch im Vatikan.

„Die aktuelle Situation erfordert, dass alles getan wird, um einen neuen Rüstungswettlauf zu verhindern, der den Frieden zwischen den Nationen weiter gefährdet“, so Leo XIV. während seiner wöchentlichen Generalaudienz. „Es ist äußerst dringend, die Logik der Angst und des Misstrauens durch eine gemeinsame Ethik zu ersetzen, die in der Lage ist, Entscheidungen zum Wohl der Allgemeinheit zu lenken und den Frieden zu einem von allen geschützten Gut zu machen.“

Der 2011 in Kraft getretene Strategic Arms Reduction Treaty (Start) verpflichtete Russland und die USA, jeweils nicht mehr als 1.550 einsatzbereite nukleare Sprengköpfe und eine beschränkte Zahl von Trägersystemen und Abschussvorrichtungen zu besitzen. Das Folgeabkommen wurde zuletzt Anfang Februar 2021 um fünf Jahre verlängert.

2023 setzte Russlands Präsident Wladimir Putin die Teilnahme an New Start aus, bot aber vergangenen September eine erneute Verlängerung des Abkommens um ein Jahr an. Schätzungen gehen davon aus, dass Russland derzeit etwa 5.460 nukleare Sprengköpfe besitzt, die USA 5.180. Weil inzwischen China als Atommacht mit schätzungsweise mehr als 600 einsatzfähigen Sprengköpfen hinzugekommen ist, rechnen Experten bei einem neuen Wettrüsten mit einer komplizierten Dynamik.

Die katholische Kirche ist entschieden gegen den Einsatz von Nuklearwaffen und die Drohung damit. Papst Franziskus (2013-2025) nannte die vollständige Abschaffung aller Atomwaffen eine „moralische und humanitäre Pflicht“.

Text: KNA | Bild: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

Mehr aus der Weltkirche

  • Die Ware „Mensch“

    Die Ware „Mensch“

    Menschenhandel gilt zu Recht als eines der abscheulichsten Verbrechen unserer Zeit – und es ist zugleich ein Milliardengeschäft. Die Europäische Union schätzt die Profite, die mit der „Ware Mensch“ gemacht werden, auf mehr als 46,9 Milliarden Euro pro Jahr. Und einer erst kürzlich vorgestellten Studie der EU-Kommission zufolge hat der Menschenhandel in der Europäischen Union…


  • Das „System Menschenhandel“

    Das „System Menschenhandel“

    Menschenhandel – ein perfides Verbrechen. Die Täter agieren lautlos, skrupellos und grenzenlos. Ihre Opfer schweigen aus Angst und Scham. Die Profiteure bleiben unerkannt. Das macht Ermittlungen schwierig. Verlässliche Zahlen gibt es nicht, die Dunkelziffern sind hoch. Anhand des Schicksals einer jungen Rumänin in Deutschland zeigt Inge Bell, wie das unfassbare System Menschenhandel hier und heute…



Weitere Weltkirche-Meldungen: