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Oberstes indisches Gericht will Gewalt gegen Christen aufklären

Welche Rolle hat der frühere Ministerpräsident Manipurs bei der Gewalt gegen Christen 2023 gespielt? Das Oberste Gericht des indischen Bundesstaates hat nun eine juristische Klärung angeordnet.

Indiens Oberster Gerichtshof hat eine Untersuchung angeordnet, inwieweit der frühere Regierungschef des Bundesstaates Manipur 2023 an ethnisch-religiöser Gewalt gegen Christen beteiligt war. Konkret geht es um eine vollständige forensische Untersuchung einer 48-minütigen Audioaufnahme, wie das Nachrichtenportal Times of India am Donnerstag berichtete. Die Aufnahme soll eine Beteiligung des ehemaligen hindu-nationalistischen Ministerpräsidenten N. Biren Singh belegen.

Auch zugelassene Vergleichs-Sprachaufnahmen des Politikers liegen demnach vor und werden an die Nationale Universität für Forensische Wissenschaften in Gandhinagar weitergeleitet. Ein Anwalt der „Kuki Organisation for Human Rights“ hatte die neuerliche Untersuchung der Audioaufnahmen durchgesetzt. Zuvor hatte eine staatliche Untersuchungskommission den ehemaligen Ministerpräsidenten Singh mit der Erklärung entlastet, die Audioaufnahmen seien manipuliert worden.

Singh, der im Februar 2024 unter politischem Druck als Regierungschef zurücktrat, vertrat die hindu-nationalistische Indische Volkspartei BJP von Premierminister Narendra Modi. Die christliche Minderheit der Kuki geht von einer Beteiligung staatlicher Stellen an der ethnisch-religiösen Gewalt von Manipurs Mehrheitsethnie, der hinduistischen Meitei, gegen die Kuki aus.

Die Gewalt war im Mai 2023 ausgebrochen, nachdem die Kuki gegen die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von Manipur protestierten, den Meitei den Status einer indigenen Bevölkerungsgruppe zuzuerkennen. Dieser Status hätte für die hinduistischen Meitei wirtschaftliche und soziale Privilegien auf Kosten der Kuki bedeutet. Nach offiziellen Angaben wurden damals 258 Personen getötet und mehr als 1.100 verletzt; mehr als 60.000 Menschen flohen, über 500 religiöse Gebäude wurden zerstört oder beschädigt.

Text: KNA | Bild: MKS/stock.adobe.com

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