Klima und Krieg – zwei Faktoren, die gemeinsam drohen, das Welternährungssystem zu überfordern. Zum Welternährungstag fordert Brot für die Welt eine gemeinsame Antwort. Ein Treffen kommende Woche könnte Lösungen bieten.
Klimaphänomene wie der in diesem Jahr äußerst starke El Niño drohen nach Angaben von Brot für die Welt, das globale Ernährungssystem zu überfordern. Bereits aktuell zeigten sich durch das Zusammenspiel von großer Trockenheit sowie steigenden Weltmarktpreisen für Dünger und Energie Verschärfungen in der Hungerkrise, mahnte das evangelische Entwicklungswerk zum Welternährungstag am Freitag.
Auf den Philippinen sei der Dünger für die Reisernte für viele Bauern nicht mehr erschwinglich gewesen. Die zusätzliche Trockenheit durch den Super-El Niño habe die Reisernte bereits um rund 700.000 Tonnen geringer ausfallen lassen, das entspreche einem Ernterückgang um knapp vier Prozent. Der Höhepunkt der Dürre werde aber erst im Januar erwartet.
Der Krieg in der Ukraine und die damit zusammenhängende Unsicherheit im Schwarzen Meer beeinträchtigten zudem nach wie vor die Marktpreise für Weizen und Dünger. Darunter litten besonders die afrikanischen Länder, die gleichzeitig mit zunehmenden Klimafolgen zu kämpfen hätten. „Diese nächste Welternährungskrise kommt nicht überraschend, und gleichzeitig fehlt eine verbindliche, koordinierte Antwort“, erklärte die Präsidentin von Brot für die Welt, Dagmar Pruin. „Das ist politisches Versagen auf Kosten der Menschen, die am wenigsten zu dieser Krise beigetragen haben.“
Das Hilfswerk appelliert an den Welternährungsgipfel CFS, der in der kommenden Woche in Rom tagt, wirksame Mechanismen für Frühwarnungen und gemeinsame Reaktionen gegen Ernährungskrisen zu beschließen. „Der CFS muss seine Möglichkeiten als inklusives Gremium nutzen und koordinierte Krisenreaktionen ermöglichen“, betonte Francisco Marí, Referent für Welternährung und Agrarhandel bei Brot für die Welt. Dabei müssten auch die Stimmen von Zivilgesellschaft, Bauern und Indigenen Berücksichtigung finden. „Ihre Erfahrungen und Vorschläge müssen in Entscheidungen für eine Krisenvorsorge einfließen.“
Text: KNA | Bild: Jürgen Escher/Adveniat





