Im mongolischen Ulan Bator ist die UN-Konferenz zur Wüstenbekämpfung gestartet. Eine Initiative fordert, den Fokus nicht nur auf die fortschreitende Wüstenbildung zu legen, sondern auch auf den Erhalt lebendiger Flächen.
Zum Start einer UN-Konferenz zur Wüstenbekämpfung in Ulan Bator mahnen Umwelt- und Menschenrechtler mehr Aufmerksamkeit für Hirtenvölker an. Diese sähen sich weltweit zunehmend mit dem Verlust ihrer wichtigsten Weideflächen konfrontiert, erklärte die Liga für Hirtenvölker und nachhaltige Viehwirtschaft in einer Mitteilung am Montag.
Bergbauvorhaben, die Ausweitung von Ackerbau und Bewässerungssystemen sowie städtische Expansion bedrohten ihre Lebensgrundlage. Doch auch Naturschutzmaßnahmen und Projekte für grüne Energie wirkten sich negativ aus. „In einigen Regionen werden Hirtinnen und Hirten durch die Errichtung von Solar- und Windparks von ihren traditionellen Weideflächen verdrängt“, erklärte das 1992 in Deutschland gegründete Bündnis. „Ausgerechnet jenen Menschen, die am wenigsten fossile Brennstoffe verbrauchen, wird durch solche Projekte der grünen Energieerzeugung die Existenzgrundlage genommen.“
Das Problem besteht demnach darin, dass Hirten zwar in der Regel über gewohnheitsrechtliche Nutzungsrechte verfügen, jedoch keine formellen Eigentumstitel oder verbindliche Nutzungszusagen für das Land besitzen, das sie seit Jahrhunderten bewirtschaften. Für große Investoren sei es so rechtlich leicht, Projekte auf Hirtenland durchzusetzen.
Gleichzeitig seien Hirten aber essenziell für Naturschutz und Ernährungssicherheit, heißt es in der Mitteilung. Sie produzierten nachhaltig und weitestgehend ohne fossile Energie wichtige Nahrungsmittel, während ihre Herden durch ihr Fressverhalten, ihre Ausscheidungen und ihre Hufe das Wachstum von Pflanzen förderten.
Die UN haben 2026 zum internationalen Jahr der Weiden und Hirten ausgerufen. Vor diesem Hintergrund müssten sich die Delegierten bei der UNCCD-Konferenz in der mongolischen Hauptstadt neben dem Kampf gegen die Wüstenbildung auch mit dem Erhalt von Weidelandschaften und Hirtentum befassen, fordert die Organisation.
Text: KNA | Bild: billionphotos.com/stock.adobe.com







