Vor allem im trockenen Süden Madagaskars ist Wasser knapp. Viele Familien müssen weite Wege zurücklegen, um sich mit Trinkwasser zu versorgen. Bild: Hartmut Schwarzbach/Missio Aachen

Missio: Dürfen hungernde Mitmenschen nicht einfach nur zur Kenntnis nehmen

Zum Welternährungstag am 16. Oktober ruft Missio München zu mehr Verantwortung im Kampf gegen Hunger auf. Denn Nahrungsmittelknappheit bleibt auch im Süden des diesjährigen Missio-Aktionslands ein Problem. Dürre und die Folgen des Klimawandels verschärfen dort die Ernährungskrise.

Zum Welternährungstag am 16. Oktober ruft das Internationale Katholische Hilfswerk Missio München zu mehr Engagement gegen den weltweiten Hunger auf. „Wir dürfen hungernde Mitmenschen nicht einfach nur zur Kenntnis nehmen“, mahnt Missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber. Als Christen seien die Menschen dazu aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen und Solidarität zu zeigen.

Missio richtet den Blick in diesem Jahr besonders auf das Beispielland zum Monat der Weltmission 2026, den ostafrikanischen Inselstaat Madagaskar. „Beinahe die Hälfte der Menschen in Madagaskar hat nicht ausreichend zu essen“, betont Huber. Während die großen globalen Konflikte die Schlagzeilen beherrschten, verschärfe sich die humanitäre Lage besonders im Süden des Landes nahezu unbemerkt. Extreme Folgen des Klimawandels wie die andauernde Dürre im Grand Sud oder zuletzt der verheerende Zyklon Gezani im Frühjahr, entzögen dort Millionen von Menschen Schritt für Schritt ihre Lebensgrundlage.

Dürre zwingt Menschen zur Flucht

Die Folgen des Klimawandels sind in Madagaskar unmittelbar spürbar. Im Süden des Landes verschärft die zunehmende Trockenheit die Situation. Immer mehr Menschen verlassen ihre Dörfer und ziehen auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen nach Norden.

Missio München ist mit der Lage in Madagaskar seit langem vertraut. Nach einem heftigen Tropensturm im Frühjahr unterstützte das Hilfswerk gemeinsam mit dem Bistum Regensburg lokale Partner bei der kirchlichen Nothilfe an der besonders betroffenen Ostküste. Die Schäden sind den Angaben zufolge aber immer noch sichtbar. Tausenden Familien fehle es an Nahrungsmitteln und Baumaterial, berichtet das Hilfswerk. In Toliara, der größten Stadt der Region, verteilt die katholische Kirche Lebensmittel und betreibt ein Zentrum für unterernährte Kinder.

„Wir sind hier am Rand der Ränder“, berichtet Erzbischof Gustavo Bombin aus Toliara. Der Oberhirte ist derzeit in den Diözesen in Bayern und Speyer unterwegs ist und berichtet von den Herausforderungen. „Wir haben keinen Zauberstab, um es regnen zu lassen oder um die hungrigen Kinder satt zu machen. Aber wir haben unsere Menschlichkeit und Solidarität.“

Text: dr/weltkirche.de mit Information von Missio München | Bild: Hartmut Schwarzbach/Missio Aachen

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