Schüler an der Schule Heilige Familie im Gazastreifen Bild: Gabriel Romanelli via Kirche in Not

Christliche Bildungseinrichtung im Gazastreifen wieder offen

Die katholische Schule „Heilige Familie“ im Gazastreifen hat nach drei Jahren Kriegspause wieder geöffnet. Dort lernen rund 1.000 Kinder. Nur ein kleiner Teil von ihnen ist christlich.

Die nach eigenen Angaben einzige christliche Bildungseinrichtung im Gazastreifen hat ihren Schulbetrieb nach drei Jahren wieder aufgenommen. Rund 1.000 Schülerinnen und Schüler lernen nun in der katholischen Schule „Heilige Familie“, wie das Hilfswerk „Kirche in Not“ am Donnerstag in München mitteilte.

Für den Pfarrer der katholischen Pfarrei in Gaza, Gabriel Romanelli, ist der Neustart ein wichtiges Hoffnungszeichen, wie es weiter hieß. „Für mich ist die Schule ein Licht in der Dunkelheit“, sagte Romanelli. „Wenn die Menschen die Kinder und Jugendlichen zur Schule kommen sehen, zeigt ihnen das, dass es eine Zukunft gibt.“

Vor Beginn des Kriegs 2023 gab es im Gazastreifen den Angaben zufolge fünf christliche Schulen: drei in katholischer, eine in orthodoxer und eine in evangelischer Trägerschaft. Aktuell besuchten rund 130 christliche Schüler verschiedener Konfessionen die Schule „Heilige Familie“, die außerdem auch Kindern aus muslimischen Familien offenstehe. Noch bis vor wenigen Monaten hätten rund 450 Binnenvertriebene in dem Schulgebäude Schutz gesucht.

Der Krieg habe tiefe seelische Spuren hinterlassen, ergänzte Pater Romanelli. Deshalb sollen psychologische Begleitung und Traumahilfe künftig einen festen Platz im Schulalltag erhalten. „Früher gehörte die psychosoziale Betreuung nicht zu unserem Programm. Jetzt wird sie ein wesentlicher Bestandteil unserer Schularbeit sein.“ Er fügte an: „Jeder in Gaza trägt schwere Traumata mit sich.“

Die Schule soll laut dem Geistlichen deshalb mehr sein als ein Ort des Unterrichts. Auch nach Unterrichtsschluss sollen dort Freizeitaktivitäten und Kurse angeboten werden. Von den Kindern höre er immer wieder: „Wir haben keinen Ort, an den wir gehen können“, berichtete Romanelli. Auch seine Pfarrei versuche, den Familien kleine Auszeiten vom Alltag zu ermöglichen. Nach der Sonntagsmesse gehe er mit Gemeindemitgliedern beispielsweise an den Strand. Obwohl dort überall Trümmer lägen, sollten die Familien wenigstens für kurze Zeit Erholung finden.

Text: KNA | Bild:  Gabriel Romanelli via Kirche in Not

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