An einem Pullover ist eine Aids-Schleife befestigt Bild: Julia Steinbrecht/KNA

Wegen HIV-Infektionen: Fidschi-Inseln erklären Notstand

Seit über zwei Jahren steigen in Fidschi Ansteckungen mit dem Aids-Virus stark an. Jeder 60. Erwachsene ist infiziert. Jetzt plant die Regierung stärkere Maßnahmen.

Die Fidschi-Inseln haben wegen steigender HIV-Infektionen den nationalen Notstand ausgerufen. Tests auf das Immunschwäche-Virus blieben freiwillig, erklärte das Gesundheitsministerium des Pazifikstaats laut der Zeitung „Fiji Times“ am Donnerstag. Man plane zudem ein Programm zur Abgabe sauberer Spritzen und zur Rehabilitation für Drogenabhängige. Nach Schätzungen der Regierung ist jeder 60. Erwachsene unter den 930.000 Einwohnern HIV-infiziert.

Gesundheitsminister Ratu Atonio Lalabalavu sagte der Zeitung zufolge, die bisherigen Eindämmungsmaßnahmen reichten nicht aus. Fidschi hatte im Januar 2025 einen Aids-Ausbruch erklärt, nachdem die Zahl der Neuansteckungen sich im Zeitraum von Januar bis September 2024 auf 1.093 verdreifacht hatte. Die Pazifik-Inseln sind auch ein beliebtes Urlaubsziel.

Besonders besorgniserregend ist die Lage laut „Fiji Times“ bei Schwangeren: Bei Vorsorgeuntersuchungen werde bei einer von 50 Frauen das HIV-Virus festgestellt. Die nationale Menschenrechtskommission betonte, alle Notstandsregeln in Zusammenhang mit den Infektionen müssten eine klare Rechtsgrundlage haben sowie notwendig, verhältnismäßig und zeitlich begrenzt sein.

Text: KNA | Bild: Julia Steinbrecht/KNA


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