Am 11. September beginnt das jüdische Neujahrsfest Rosch haSchana. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sendet zu dem Anlass Segenswünsche – und nimmt aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen in den Blick.
Zum jüdischen Neujahrsfest Rosch haSchana hat der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz jüdischen Gemeinden die besondere Verbundenheit der Kirche zugesichert. „Wir stehen an Ihrer Seite“, schreibt Heiner Wilmer in einem Brief an den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. Am Freitagabend beginnt Rosch haSchana, dann startet das jüdische Jahr 5787 nach Erschaffung der Welt.
Gerade in einer Zeit, in der jüdisches Leben unter Druck gesetzt werde, komme es darauf an, „dass unsere christlich-jüdische Verbundenheit sichtbar wird“, betont Wilmer. „Schweigen kann angesichts von Ausgrenzung und Bedrohung keine Haltung sein. Solidarität darf kein leeres Wort bleiben.“ Es gelte, sich nicht mit der Wirklichkeit abzufinden.
Vielerorts in Deutschland werde jüdisches Leben als deutlich unsicherer wahrgenommen. „Der Antisemitismus zeigt sich heute offen – auf Straßen und Plätzen, in den sozialen Medien und politischen Debatten – und sucht dabei Anschluss an die Mitte der Gesellschaft. Zudem nehmen die jüdischen Gemeinden in erschütterndem Ausmaß eine Abnahme an Solidarität aus der Zivilgesellschaft wahr“, erklärt Wilmer. Diese Entwicklungen dürften nicht hingenommen werden.
Mit Blick auf die Lage im Nahen Osten habe der Wunsch nach Frieden an Dringlichkeit nicht verloren: „Die Entwicklungen im Nahen Osten führen uns fortwährend vor Augen, wie zerbrechlich Frieden ist und wie groß das Leid der Menschen bleibt, die um ihre Sicherheit fürchten und unter den Folgen von Gewalt und Terror leiden müssen“, schreibt Wilmer.
Text: KNA | Bild: Marko Orlovic/Deutsche Bischofskonferenz






