Die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit werden seit Jahren gekürzt. Insbesondere im Bereich der Gesundheitsförderung ist das laut einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung der falsche Weg – auch für Deutschland.
Deutschlands Engagement in globale Gesundheit rettet weltweit Leben und schützt die Bundesrepublik selbst. Zu diesem Schluss kommt eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Charité Center for Global Health im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS). In den vier untersuchten Bereichen Gesundheit und Wohlergehen, Wirtschaft und Handel, Wissenschaft und Forschung sowie Außenpolitik und Sicherheit bringe das deutsche Engagement in globale Gesundheit einen klaren Mehrwert, schreiben die Forscher.
Besonders deutlich sei dieser im Bereich Gesundheit und Wohlergehen. Das reiche von einem erheblichen Rückgang der Sterblichkeit über entlastete Gesundheitssysteme bis hin zu weniger Krisen und robusten Versorgungsketten. Im Bereich Wirtschaft und Handel nennen die Forscher beispielhaft die vermeidbaren Kosten einer Gesundheitskrise wie der Covid-19-Pandemie. Deren Konjunkturschaden habe allein für Deutschland bei rund 700 Milliarden Euro gelegen.
Auch verbessere ein nachhaltiges Gesundheitsengagement die Reputation des Geberlandes messbar. Außen- und sicherheitspolitisch sei das Vertrauen anderer Staaten ein „riesiges Kapital“, so die Studienautoren. Dies sei umso relevanter, da andere Akteure wie die USA sich bei der globalen Gesundheit zurückgezogen hätten.
„Globale Gesundheit ist Grundlage für Wohlstand, resiliente Gesellschaften und eine stabile Demokratie. Wer in dieses Feld investiert, investiert in die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und Europas“, schreiben die Stiftungsvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr Vize Hermann Gröhe im Vorwort der Studie. Wer indes glaube, sich Gesundheitskrisen entziehen zu können, verkenne die Realität einer eng verflochtenen Welt. Deutschland dürfe sich seiner weltweiten Verantwortung nicht entziehen, so der Appell der beiden ehemaligen Bundespolitiker.
Text: KNA | Bild: Dilok/stock.adobe.com



