Schriftzug "Ebola" vor Weltarte Bild: weltkirche.de (Daten Hintergrundkarte: OpenStreetMap-Mitwirkende)

Ebola-Epidemie im Kongo immer noch nicht in Griff

Über 5.000 offiziell erfasste Infizierte und keine Ende in Sicht. Ebola wütet weiter in der Demokratischen Republik Kongo. Experten zeigen sich besorgt.

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist laut Angaben von Helfern weiterhin nicht unter Kontrolle. Vor allem entlang wichtiger Verkehrsachsen breite sich das Virus aus, teilte die Welthungerhilfe am Freitag auf Anfrage mit. „Die hohe Mobilität der Menschen, auch aufgrund bewaffneter Konflikte und Vertreibungen, begünstigt die Ausbreitung.“

Das Ebola-Virus ist ein selten auftretender und äußerst aggressiver Erreger. Die Symptome ähneln anfangs einer Malaria- oder Grippe-Infektion. Zumeist haben die Betroffenen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, leiden an Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Die Sterblichkeit liegt je nach Virus-Variante bei 25 bis 90 Prozent.

Die erste Meldung über eine „unbekannte Krankheit mit hoher Sterblichkeitsrate“ im Osten der Demokratischen Republik Kongo erreichte die Weltgesundheitsorganisation WHO am 5. Mai. Zehn Tage später war klar: Es handelte sich um den 17. Ebola-Ausbruch in dem von Konflikten gebeutelten Staat in Afrika. Offiziell wurden seither mehr als 5.000 Infizierte gezählt.

Laut der Würzburger Organisation Medmissio – Institut für Gesundheit weltweit gibt es Hinweise, dass erste Krankheitsfälle bereits im Januar auftraten. Am stärksten betroffen seien weiterhin die im Osten gelegenen Provinzen Ituri sowie Nord-Kivu, sagte Referentin Sabine Gies der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Doch die Ausbreitung schreite nach Westen hin fort, fügte die Expertin hinzu. „Aktuell sind in über 50 Gesundheitszonen in sechs Provinzen Krankheitsfälle nachgewiesen.“ Zudem sei die sogenannte Fallsterblichkeit auf inzwischen 47 Prozent gestiegen.

Ein erheblicher Teil der Übertragungsketten werde erst spät oder gar nicht erkannt, so Medmissio und Welthungerhilfe. „Um Infektionsketten zu unterbrechen, müssten deutlich mehr Menschen getestet werden.“

Stattdessen suchen viele Infizierte trotz Symptomen keine Gesundheitsstation auf und stecken zu Hause unbemerkt Familienmitglieder und Nachbarn an. Zugleich stoßen den Angaben zufolge Behandlungszentren an ihre Kapazitätsgrenzen. Aus Katwa und der Großstadt Butembo gebe es Berichte, wonach Verdachtsfälle, Erkrankte und sogar Schwangere abgewiesen werden mussten, weil es keine Betten mehr gab.

„Die Folgen des Ausbruchs reichen über den Gesundheitsbereich hinaus“, so die Welthungerhilfe. „Einschränkungen im Handel und Verkehr treffen Kleinunternehmer und Händler, Schulschließungen, psychische Belastungen und Misstrauen gegenüber Helfenden nehmen zu.“

Wie Medmissio mitteilte, wird derzeit ein Impfstoff an gesunden Freiwilligen getestet. Drei weitere Impfstoffkandidaten stünden kurz vor der Testung. Tests liefen auch für zwei potenziell wirksame Medikamente in der Behandlung der Krankheit. Auch werde geprüft, ob die Einnahme eines bestimmten Medikaments einen Ausbruch der Krankheit bei Personen verhindern könne, die zuvor engen Kontakt mit Ebola-Patienten hatten.

Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de – Kartenmaterial: OpenStreetMap-Mitwirkende

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