Thomas Schwartz, Hauptgeschäftsführer von Renovabis, am 2. Oktober 2024 im Vatikan. Bild: Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani/KNA

Renovabis-Chef: Proteste in Albanien sind Weckruf für Europa

Seit Wochen gehen junge Menschen im Zeichen des Flamingos in Albanien auf die Straße, um gegen ein geplantes Hotel in einem Naturschutzgebiet zu demonstrieren. Europa sollte sie nicht allein lassen, fordert Renovabis.

Die als „Flamingo-Revolution“ bekannt gewordene Protestbewegung in Albanien ist nach Ansicht von Renovabis-Chef Thomas Schwartz ein Weckruf für Europa. Die vielen jungen Leute zeigten damit, dass sie ihre Zukunft aktiv mitgestalten wollten, erklärte der Hauptgeschäftsführer des katholischen Osteurophilfswerks am Freitag in Freising. Deshalb sei es wichtig, den Dialog zu suchen, Reformprozesse voranzubringen und junge Menschen dabei stärker zu beteiligen.

Die Proteste gingen weit über einzelne politische Entscheidungen hinaus, erläuterte Schwartz. Themen wie demokratische Teilhabe, Vertrauen in staatliche Institutionen, wirtschaftliche Perspektiven und der Umgang mit öffentlichen Gütern bewegten viele Menschen in Albanien und anderen Ländern der Region.

Die Anliegen der Demonstrierenden sollten nicht unterschätzt werden, warnte der Renovabis-Chef. „Wo der Eindruck entsteht, dass berechtigte Erwartungen dauerhaft unerfüllt bleiben, wachsen Enttäuschung und Frustration.“ Letztlich steige das Risiko gesellschaftlicher Spannungen und die Gefahr, dass die Proteste in Gewalt umschlügen.

Europa dürfe deshalb die Menschen in der Region nicht alleinlassen, so der Renovabis-Chef: „Wer sich für demokratische Entwicklung, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzt, muss darauf vertrauen können, dass sich dieses Engagement lohnt.“

Albanien ist EU-Beitrittskandidat. Seit Juni sind die Aktivisten der „Flamingo-Revolution“ auf der Straße. Der pinke Vogel wurde zum Symbol der Umweltproteste, die sich gegen ein geplantes Luxusresort des US-Investors und Trump-Schwiegersohns Jared Kushner an Albaniens Südküste richten. Zusätzlich zu einem Baustopp fordern die Gegner inzwischen auch den Rücktritt von Regierungschef Edi Rama. Zudem wurde Oppositionsführer Sali Berisha zur Zielscheibe der Proteste.

Text: KNA | Bild: Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani/KNA

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