Gedenkkapelle Enrique Ángel Angelellis am Todesort bei Punta de los Llanos. Bild: Tina Umlauf/Adveniat

Neuer Gedenkort erinnert an Argentiniens Märtyrerbischof Angelelli

Vor 50 Jahren wurde Bischof Enrique Angelelli ermordet. Der Geistliche, der auch mit dem späteren Papst Franziskus bekannt war, hatte Argentiniens damals neu etablierte Militärdiktatur (1976-1983) kritisiert.

Zum 50. Jahrestag der Ermordung von Bischof Enrique Angelelli eröffnet die argentinische Provinz La Rioja einen neuen Erinnerungsort, der sein Leben, Wirken und Martyrium würdigt. Der Themenpark „Memoria y Martirio“ (Erinnerung und Martyrium) solle künftig Pilger, Gläubige und Besucher anziehen und Geschichte, Glaube und Natur miteinander verbinden, berichtet das spanischsprachige Portal Aciprensa (Mittwoch).

Die Anlage wird am Samstag (1. August) eröffnet, wenige Tage vor dem Todestag Angelellis am 4. August. Herzstück des Parks sind ein 15 Meter hohes Kreuz sowie eine große Struktur in Form eines „M“, die für die Begriffe „Martirio“ (Martyrium) und „Memoria“ (Erinnerung) steht. Zum Gelände gehören zudem ein Auditorium, eine Ausstellungshalle, eine Bibliothek, Bildungsbereiche für Kinder und Räume für Besucher.

Gezeigt werden persönliche Gegenstände Angelellis, Fotografien sowie eine historische Dokumentation über die gesellschaftliche, politische und kirchliche Situation Argentiniens zur Zeit der Militärdiktatur (1976-1983). Der Ort liegt nahe der Stelle, an der der Bischof 1976 ums Leben kam. Nach Angaben der Provinzregierung soll er Teil eines größeren religiösen und kulturellen Pilgerweges werden und die Erinnerung an einen Bischof bewahren, der sein Amt als Dienst an den Menschen verstanden habe.

Kritik an der Gewalt des Regimes wurde ihm zur Verhängnis

Angelelli, seit 1968 Bischof von La Rioja, setzte sich besonders für die Armen, Landarbeiter und sozial Benachteiligten ein. Sein Leitspruch lautete: „Mit einem Ohr am Evangelium und mit einem Ohr beim Volk.“ In der Diktatur, in der Zehntausende Menschen verschleppt und ermordet wurden, kritisierte er die Gewalt des Regimes.

Am 4. August 1976 wurde sein Fahrzeug auf der Rückfahrt von Chamical nach La Rioja von einem anderen Wagen abgedrängt und zum Unfall gebracht. Während die Behörden zunächst von einem gewöhnlichen Verkehrsunfall sprachen, kam eine spätere juristische Untersuchung zu dem Ergebnis, dass es sich um einen staatlich beauftragten Mord handelte. Kurz zuvor waren bereits die Priester Carlos Murias und Gabriel Longueville sowie der Laienmitarbeiter Wenceslao Pedernera ermordet worden.

Der 2025 verstorbene Papst Franziskus, der Angelelli noch aus seiner Zeit in Argentinien kannte – Jorge Mario Bergoglio war damals Provinzoberer der Jesuiten – unterstützte die Anerkennung seines Martyriums. 2019 wurden Angelelli und die drei weiteren Diktaturopfer als „Märtyrer von La Rioja“ seliggesprochen.

Text: KNA | Bild: Tina Umlauf/Adveniat (Archiv)

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