Bischof Dr. Bertram Meier (Augsburg) 2024. Bild: Julia Steinbrecht/KNA

Weltkirche-Bischof Meier in Singapur eingetroffen

Der Augsburger Bischof Dr. Bertram Meier ist in Singapur eingetroffen. Dort will er sich über das Zusammenleben von Religionen und Kulturen informieren und die Ortskirchen kennenlernen. Anschließend stehen Besuche in zwei chinesischen Sonderverwaltungsregionen auf dem Programm.

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Bertram Meier (Augsburg), ist heute am heutigen Dienstag (28. Juli) zu einem mehrtägigen Besuch in Asien eingetroffen. Nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ist Meier bis zum 4. August 2026 zu Gast in Singapur, Hongkong und Macau. Ziel der Reise sei es, die dortigen Ortskirchen kennenzulernen und sich über die Herausforderungen der katholischen Kirche in diesen chinesisch geprägten Gesellschaften zu informieren, heißt es in einer Mitteilung.

Auftakt der Reise ist der Stadtstaat Singapur, der wie kaum ein anderer Ort für das Zusammenleben unterschiedlichster Kulturen, Ethnien und Religionen auf engstem Raum steht. In der hochmodernen Metropole begegnen sich Säkularität und Glaube auf selbstverständliche Weise. Mitten in dieser religiösen und kulturellen Vielfalt Singapurs lebt auch eine kleine katholische Minderheit.

Das Land fasziniere ihn, so Meier, weil sich hier viele Fragen stellten, die auch Westeuropa von großer Bedeutung seien: „Wie kann das Zusammenleben verschiedener Religionen und Kulturen besser gelingen? Welche Chancen und Herausforderungen bringt diese Vielfalt mit sich? Und welche Rolle spielen Glaube und Religion im Alltag der Menschen?“, fasst Bischof Meier nach seiner Ankunft zusammen. Diesen Fragen, heißt von Seiten der der DBK, will der Weltkirche-Bischof in Gesprächen unter anderem mit Vertretern der Ortskirche wie dem Erzbischof von Singapur, Kardinal William Goh, sowie Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland vor Ort nachgehen. Ziel der Begegnungen sei es, Einblicke in das religiöse, gesellschaftliche und politische Gefüge Singapurs zu gewinnen.

Blick in chinesische Sonderverwaltungsregionen

Anschließend geht es für Meier weiter nach Hongkong und Macau. Obwohl Katholiken auch dort eine kleine Minderheit bilden, unterscheiden sich die gesellschaftlichen, politischen und kirchlichen Rahmenbedingungen deutlich von jenen im südostasiatischen Stadtstaat Singapur. Hongkong und Macau sind Teil der Volksrepublik China, nehmen dort als Sonderverwaltungsregionen aber eine besondere Stellung ein. Diese wirkt sich auch auf das kirchliche Leben aus.

So hat sich beispielsweise seit dem Inkrafttreten des sogenannten National Security Law das gesellschaftliche und politische Leben in Hongkong spürbar verändert. Er wolle sich vor Ort ein eigenes Bild davon machen, wie sich die Situation in den vergangenen Jahren entwickelt habe und wie seine Gesprächspartner diese Veränderungen wahrnähmen, sagt Weltkirche-Bischof Meier und betont die Bedeutung dieser Erfahrungen auch für die Kirche in Deutschland. „Ich bin daher sehr gespannt, wie die Christen in Hongkong und Macau ihren pastoralen und gesellschaftlichen Auftrag unter diesen Voraussetzungen gestalten“, so Meier.

Vor Ort sind unter anderem Gespräche mit dem Bischof von Hongkong, Kardinal Stephen Chow, und dem Bischof von Macau, Stephen Lee Bun-Sang geplant. Außerdem ist geplant, dass Bischof Meier kirchliche Einrichtungen im Bildungs- und Sozialbereich besucht sowie wissenschaftliche Institute, die sich mit dem Dialog zwischen Christentum und chinesischer Kultur befassen.

Text: weltkirche.de mit Material von DBK | Bild: Julia Steinbrecht/KNA

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