Mexikanische Flagge mit Trauerflor. Symbolbild. luzitanija / stock.adobe.com (Symbolbild)

Katholisches Medienzentrum sieht neue Gewaltwelle nach WM in Mexiko

Die vorübergehend gesunkene Mordzahl in Mexiko geht nach der WM im Land offenbar wieder stark nach oben. Nun traf es einen Journalisten und einen Bürgermeister.

Nach dem Ende der Fußballweltmeisterschaft verzeichnet eine katholische Einrichtung wieder eine deutliche Zunahme der Gewalt in Mexiko. In einem am Sonntag (Ortszeit) veröffentlichten Kommentar spricht das von der Kirche in Mexiko getragene Analysezentrum Centro Católico Multimedial (CCM) vom Ende einer nur vorübergehenden Phase relativer Ruhe – und stellt eine erneute Stärkung des organisierten Verbrechens fest.

Besondere Besorgnis erregen beim Zentrum die Ermordung des Journalisten Francisco Alejandro Leyva Aguilar im Bundesstaat Oaxaca sowie des Bürgermeisters Valentín Lavín Romero im Rathaus von Temoac im Bundesstaat Morelos. Leyva galt als scharfer Kritiker der Regionalregierung und hatte wiederholt über mutmaßliche Verbindungen zwischen Behörden und kriminellen Gruppen berichtet. Er ist nach Angaben des CCM bereits der siebte getötete Journalist in Mexiko seit Jahresbeginn.

Der Bürgermeister von Temoac war zuvor bereits Ziel eines Anschlags gewesen. Seine Ermordung im Amtsgebäude wertet das Zentrum als Zeichen wachsenden Einflusses organisierter Kriminalität auf lokale staatliche Strukturen.

Kein nachhaltiger Erfolg

Nach Einschätzung des CCM war der Rückgang der Gewalt während der Weltmeisterschaft kein nachhaltiger Erfolg staatlicher Sicherheitspolitik. Vielmehr hätten kriminelle Organisationen ihre Aktivitäten selbst eingeschränkt, um während des internationalen Großereignisses keine zusätzliche Aufmerksamkeit zu erzeugen. Nach dem Ende des Turniers sei die Gewalt rasch zurückgekehrt.

Mit Blick auf die Wahlen 2027 warnt das kirchliche Analysezentrum vor einer zunehmenden Einflussnahme krimineller Gruppen auf politische Prozesse. Organisierte Kriminalität strebe nicht nur territoriale Kontrolle, sondern auch politischen Einfluss durch Einschüchterung oder Unterstützung von Kandidaten an. Die vorübergehend gesunkenen Kriminalitätszahlen dürften nicht über fortbestehende strukturelle Probleme hinwegtäuschen, so das CCM.

Das CCM veröffentlicht jährliche Berichte über Laien, Priester, Bischöfe und kirchliche Institutionen als Ganze, die Opfer der anhaltenden Gewalt im Land werden.

Text: KNA | Bild: luzitanija / stock.adobe.com (Symbolbild)

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