Wie gelingt Kirche in der Diaspora? Ein neues Austauschprogramm des Bonifatiuswerks sucht nach Lösungen – und bringt dazu Engagierte aus Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum zusammen.
Wie gelingt Glaubensweitergabe dort, wo Katholikinnen und Katholiken in der Minderheit leben? Welche pastoralen Erfahrungen machen Gemeinden in Nordeuropa, im Baltikum oder in Deutschland? Und was können die Ortskirchen voneinander lernen? Das neue Austauschprogramm „SPIRIT EXPO|SURE“ des Bonifatiuswerks soll auf diese Fragen neue Antworten liefern. Es richtet sich an pastorale Mitarbeitende und ehrenamtlich Engagierte aus Deutschland, Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Norwegen und Schweden. Präsentiert werden die Ergebnisse auf dem Katholikentag 2028 in Paderborn.
Insgesamt werden 28 Teilnehmende zu 14 Tandems zusammengestellt. Jedes Tandem besteht also aus zwei Personen aus Deutschland beziehungsweise zwei Personen aus Nordeuropa oder dem Baltikum. Die Tandems besuchen sich gegenseitig jeweils für eine Woche und erhalten so unmittelbare Einblicke in das kirchliche Leben, die pastorale Praxis und den Glaubensalltag in den jeweiligen Regionen in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum. „Wo katholische Christinnen und Christen in der Minderheit leben, entstehen häufig kreative und zukunftsweisende Antworten auf pastorale Fragen unserer Zeit. Mit dem Programm ‚SPIRIT EXPO|SURE‘ wollen wir diese Erfahrungen als Bonifatiuswerk sicht- und nutzbar machen sowie den Austausch über Ländergrenzen hinweg fördern. Die Frage ist, was Kirche als Weltkirche heute voneinander und miteinander lernen kann“, erklärt Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen.
Hospitationen in pastoralen Einrichtungen
Das Programm ist in zwei Phasen gegliedert. Zwischen November 2026 und Februar 2027 empfangen die Teilnehmenden aus Deutschland ihr jeweiliges Tandem aus dem Ausland in Deutschland. In der zweiten Phase besuchen sie dann zwischen März und Oktober 2027 die Heimatregion ihres Partners in Nordeuropa oder dem Baltikum. Die Unterbringung erfolgt nach Möglichkeit in Gastfamilien, kirchlichen Einrichtungen oder Bildungshäusern. Die Reise- und Unterkunftskosten sowie der Besuch des Katholikentags 2028 in Paderborn sind durch die Förderung des Bonifatiuswerkes abgedeckt. Die Verpflegung erfolgt in Eigenleistung. Zum Programm gehören unter anderem Hospitationen in pastoralen Einrichtungen, Gespräche mit Haupt- und Ehrenamtlichen, Begegnungen mit kirchlichen Verantwortungsträgern sowie Einblicke in die Familien-, Jugend- und Sozialpastoral. Auch Gottesdienste, geistliche Angebote und der Austausch über Chancen und Herausforderungen des kirchlichen Lebens in der Diaspora sind feste Bestandteile.
SPIRIT EXPO|SURE soll dabei zentrale Fragen kirchlicher Zukunftsgestaltung aufgreifen: Wie kann Glaubensweitergabe dort gelingen, wo Kirche keine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit mehr ist? Was stärkt Gemeinden, die über große Entfernungen verteilt sind? Was gibt Halt und Orientierung im persönlichen Glauben? Was trägt die Kirche vor Ort? Und wie können unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Traditionen zu einer lebendigen Gemeinschaft zusammenfinden? Gemeinsam wolle man nach Antworten suchen und voneinander lernen, so Generalsekretär Austen. Bewerbungen sind nach Angaben des Bonifatiuswerks noch bis zum 15. September 2026 möglich.
Austauschprogramm SPIRIT EXPO|SURE
Text: Bonifatiuswerk/weltkirche.de | Bild: Bonifatiuswerk/Robert Kurth






