Conflict Barometer 2025 Bild: HEidelberg Institute for International Conflict Research.

Studie: Weniger Konflikte, aber mehr Kriege im vergangenen Jahr

Trauriger Spitzenreiter bleibt Subsahara-Afrika: In keiner anderen Region der Welt gibt es so viele Kriege wie hier. Doch die Zahl ging zurück. Anders sieht es etwa in Asien und Ozeanien aus.

Weniger Konflikte, aber mehr Gewalt – das ist das Ergebnis des Konfliktbarometers 2025 des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung (HIIK). Die Studie erfasst weltweit 359 Konflikte im vergangenen Jahr, wie das Institut am Donnerstag in Heidelberg mitteilte. Das bedeute einen leichten Rückgang um fünf Konflikte. Die Zahl der Kriege sei hingegen von 27 auf 28 gestiegen.

Auch die Zahl gewaltsamer Konflikte nahm der Erhebung zufolge zu. Insgesamt wurden demnach 221 Konflikte (62 Prozent) gewaltsam ausgetragen, 138 (38 Prozent) gewaltfrei. 59 Konflikte seien eskaliert, 45 deeskaliert und 255 auf dem gleichen Intensitätsniveau wie im Jahr zuvor geblieben. Sechs Konflikte seien neu in die Liste aufgenommen worden sowie vier weitere rückwirkend.

Die Zahl der Kriege erhöhte sich durch den Grenzkonflikt zwischen Kambodscha und Thailand, Auseinandersetzungen mit Islamisten in Pakistan, den Konflikt zwischen Regierung und Opposition im Südsudan, einen Konflikt in Südsyrien sowie die gegenseitigen Angriffe von Israel und dem Iran. All diese Konflikte hätten sich zu vollumfänglichen Kriegen entwickelt, während fünf Kriege im vergangenen Jahr deeskalierten.

Die häufigste Konfliktart waren laut HIIK auch im vergangenen Jahr innerstaatliche Konflikte, von ihnen habe es 241 gegeben. Mit weitem Abstand folgten zwischenstaatliche (60), substaatliche (41) und transstaatliche (17) Konflikte.

Die meisten Kriege gab es den Angaben zufolge wie im Vorjahr in Subsahara-Afrika. Deren Zahl sank jedoch von 15 auf 13. Die Region Westasien, Nordafrika und Afghanistan verzeichnete laut Erhebung einen Anstieg der Kriege von fünf auf sechs, in Asien und Ozeanien stieg die Zahl von fünf auf sieben – fünf davon in Myanmar. Der einzige Krieg in Europa war laut HIIK auch im vergangenen Jahr der Krieg zwischen Russland und der Ukraine. In Amerika zählten die Forscher nur den Krieg in Haiti.

Die Forscher teilen Konflikte in fünf Kategorien ein: angefangen bei Disputen und nicht-gewaltsamen Krisen über gewaltsame Krisen, begrenzte Kriege und Kriege. Das Institut erfasst seit 1992 qualitativ und quantitativ die Dynamiken politischer Konflikte.



Text: KNA | Bild: Heidelberg Institute for International Conflict Research.

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