Schriftzug Krieg - Frieden aus Nullen und Einsen. Symbolbild für Künstliche Intelligenz, AI im Krieg. Bild: Damian Raiser/weltkirche.de

„Römische Friedenserklärung“ zu KI und Atomwaffen unterzeichnet

In seiner Enzyklika „Magnifica humanitas“ beleuchtet der Papst eingehend Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz. Dazu verfassten nun Frauen und Männer aus Politik, Wissenschaft und Kirche ein Friedensdokument.

Nobelpreisträger, Religionsvertreter und Politiker haben in Rom neue Leitlinien für den verantwortungsvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz unterzeichnet. Bei der Vorstellung der „Römischen Erklärung für einen unbewaffneten und abrüstenden Frieden im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz und der Atomwaffen“ am Donnerstag auf dem Kapitol sagte Kardinal Baldassare Reina, keine Maschine, kein Algorithmus, kein autonomes System dürfe Entscheidungen treffen, von denen das Überleben der Menschheit abhängt.

„Die Geschwindigkeit Künstlicher Intelligenz kann den Wert des Gewissens nicht auslöschen“, betonte Reina, Kardinalvikar des Papstes für das Bistum Rom. „Die Macht der Technologie kann die Würde des Menschen nicht übertrumpfen.“

Bei der Römischen Erklärung handelt es sich um das Abschlussdokument der Globalen Nobelpreisträgerversammlung zu Künstlicher Intelligenz und Atomkrieg, die seit Dienstag in Castel Gandolfo und Rom stattfand. Inspiriert ist die Erklärung von Papst Leos Enzyklika „Magnifica humanitas“.

Heute biete der technologische Fortschritt außergewöhnliche Möglichkeiten für Bildung, Gesundheit, Umweltschutz, Armutsbekämpfung und Friedensförderung. „Doch derselbe Fortschritt kann, losgelöst von Ethik, Verantwortung und der Würde des Menschen, zu einem Instrument von Herrschaft, Ausgrenzung und sogar Zerstörung werden“, mahnte Reina.

Künstlicher Intelligenz nicht die Entscheidung über Massenvernichtungswaffen überlassen

Abrüstung, so Reina, bedeute nicht nur die Reduzierung von Waffenarsenalen, sondern auch, Denkweisen, Sprache, Wirtschaft und internationale Beziehungen zu entwaffnen. „Sie bedeutet den Übergang von einer Kriegswirtschaft zu einer Friedenswirtschaft“, bei der nicht in mögliche Zerstörung, sondern in Gesundheit, Bildung, Ernährung, Umweltschutz, menschenwürdige Arbeit und ganzheitliche menschliche Entwicklung investiert werde.

Die „Römische Erklärung“ verpflichte die Unterzeichneten unter anderem zu verhindern, dass Künstliche Intelligenz den Einsatz von Atomwaffen autorisiert oder autonom aktiviert, erläuterte Reina. „Diese Verpflichtungen sind nicht bloß diplomatische Prinzipien. Sie sind Ausdruck der Sorge um die Menschheit“, betonte der Kardinal.

In Zeiten der Zersplitterung verdeutliche die Anwesenheit von Nobelpreisträgern, Wissenschaftlerinnen und Vertretern von Institutionen und religiösen Traditionen, dass Frieden nicht einer einzelnen Sphäre vorbehalten ist, sagte Reina.

Zu den Teilnehmern der Konferenz gehörten der Physik-Nobelpreisträger David Gross, die Generalsekretärin der Pugwash-Konferenzen (Friedensnobelpreis 1995), Karen Hallberg, und der frühere kolumbianische Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos.

Text: KNA | Bild: Damian Raiser/weltkirche.de

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