Nicaragua auf Landkarte. Bild: zerophoto/stock.adobe.com

Verhafteter Bischof in Nicaragua wieder freigelassen

Nach seiner Gebetsbitte für die „verfolgte Kirche“ in dem mittelamerikanischen Land wurde ein emeritierter Bischof in Nicaragua verhaftet. Proteste aus den USA haben ihm jetzt offenbar geholfen.

Nach fast drei Tagen in Polizeigewahrsam ist Altbischof Juan Abelardo Mata (80) in Nicaragua am Wochenende wieder freigelassen worden. Das berichten lokale Medien. Grund für die Verhaftung war ein Gottesdienst vor einer Woche, als der emeritierte Bischof der Diözese Esteli um Gebete für eine vom Staat verfolgte Kirche gebeten hatte.

Mata war daraufhin verhaftet und mehrere Stunden verhört, dann aber zunächst wieder freigelassen worden. Eine zweite Verhaftung folgte wenige Tage später. Laut einer offiziellen Mitteilung des Innenministeriums ging es dabei um Ermittlungen wegen „Vermögensverhältnissen und familiären Bindungen, die mit dem Priesteramt unvereinbar sind“.

Weil es danach tagelang keine Nachricht von Bischof Mata gab, wuchs die Besorgnis unter den Gläubigen seiner Diözese. Der Fall sorgte auch in den USA für Aufsehen, und der republikanische Senator Rick Scott forderte die sofortige Freilassung.

Der Druck aus Washington habe schließlich maßgeblich zur Freilassung des Kirchenmannes geführt, berichten regierungskritische Portale. Der nicaraguanische Kardinal Leopoldo Brenes berichtete am Wochenende von einer Privataudienz bei Papst Leo XIV. in Rom. Über Details der Unterredung wurde nichts bekannt, doch gehen Beobachter davon aus, dass es auch um die Lage der Kirche in Nicaragua ging.

Das Regime in Managua geht seit Jahren gegen kirchliche Vertreter und deren Institutionen vor, zudem wurden tausenden Nichtregierungsorganisationen die rechtliche Grundlage entzogen. Die schwere Krise in Nicaragua begann im Jahr 2018, als Studenten zunächst gegen eine mutmaßlich von der linksregierten Regierung geduldeten oder gar initiierten Brandrodung in einem Naturschutzgebiet auf die Straßen gingen. Schnell weiteten sich die Demonstrationen zu landesweiten Protesten aus.

Das Ortega-Regime schlug die Demonstrationen mit brutaler Gewalt nieder. Pfarrer und Bischöfe öffneten ihre Kirchen, damit die Demonstrierenden Schutz vor den Polizeikugeln finden konnten. Seitdem ist das Verhältnis zwischen Staat und Kirche stark angespannt. Mehrere Priester und Bischöfe wurden verhaftet, verurteilt und ins Exil gezwungen. Ordensgemeinschaften wurden enteignet und verpflichtet, das Land zu verlassen.

Text: KNA | Bild: zerophoto/stock.adobe.com

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