Hinweisaufkleber German Cooperation / Deutsche Entwicklungszusammenarbeit auf einem Müllcontainer in Albanien. Bild: Damian Raiser/weltkirche.de

Kirchenvertreterinnen fordern Stopp weiterer Kürzungen bei Entwicklungsgeldern

Vor den Haushaltsberatungen erhöhen die Kirchen den Druck auf die Regierung. Sie warnen vor weiteren Kürzungen der Entwicklungszusammenarbeit und fordern die Bundesregierung auf, Deutschlands internationale Zusagen einzuhalten.

Vor den Beratungen der schwarz-roten Koalition über den Bundeshaushalt 2027 haben die beiden großen christlichen Kirchen vor weiteren Kürzungen der Entwicklungszusammenarbeit gewarnt. In einem gemeinsamen Appell fordern die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Anna-Nicole Heinrich, die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, sowie die Präsidentin der evangelisch-reformierten Kirche, Susanne Bei der Wieden, Bundesregierung und Bundestag auf, die geplanten Einsparungen zu stoppen.

„Wer heute bei der Entwicklung, Gesundheit und dem Wohle der Menschen spart, zahlt morgen für Krisen, Konflikte und Instabilität“, heißt es in dem Aufruf, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt. „Ein wohlhabendes Land wie Deutschland darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen.“ Die Unterzeichnerinnen appellieren an die Politik: „Stoppen Sie die Kürzungen. Halten Sie Deutschlands internationales Versprechen.“

Nach den aktuellen Planungen der Koalition soll der Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zum fünften Mal in Folge sinken. Während dem Ressort 2022 noch 13,8 Milliarden Euro zur Verfügung standen, sollen es 2027 nur noch knapp 9,5 Milliarden Euro sein. Auch die Mittel für die humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt sollen reduziert werden.

Die Kirchen verweisen darauf, dass die deutsche Entwicklungszusammenarbeit weltweit messbare Erfolge erzielt habe. So habe sich die Kindersterblichkeit mehr als halbiert, die Müttersterblichkeit sei deutlich gesunken und Krankheiten wie HIV, Malaria und Tuberkulose seien zurückgedrängt worden. Zudem könnten heute Millionen Kinder, insbesondere Mädchen, erstmals eine Schule besuchen. Angesichts der zahlreichen internationalen Krisen sei es das falsche Signal, ausgerechnet dort zu sparen, wo Leben gerettet, Hunger bekämpft und Frieden gestärkt werde.

Text: KNA | Bild: weltkirche.de

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