Weltkarte mit Indien als Zentrum. Bild: Open Street Map-Mitwirkende

Indien verschärft NGO-Kontrolle – Missionierung verboten

Indiens hindunationalistische Regierung will jene Organisationen und Religionsgruppen verstärkt kontrollieren, die Geld aus dem Ausland erhalten. Ein neues Regelwerk schränkt deren Handlungsspielraum weiter ein.

Die indische Regierung hat die Vorschriften für Nichtregierungsorganisationen und Religionsgemeinschaften verschärft, die Gelder aus dem Ausland erhalten. Die neuen Regeln schränken die zulässigen Aktivitäten deutlich ein, wie der „Indian Express“ berichtet.

Unzulässig sind demnach unter anderem alle Formen von Missionierung. Eine „Wiederbelebung“ alter religiöser Praktiken von Ureinwohnern ist ebenfalls ausdrücklich ausgeschlossen. In solchen Fällen wird künftig die staatliche Registrierung verwehrt, bei Zuwiderhandlung ist die Beschlagnahme von Vermögen möglich. Erlaubt sind dagegen „Bau, Renovierung und Instandhaltung von Tempeln, Moscheen, Kirchen, Gebets- und Schulstätten der Sikhs, Klöstern, Synagogen und anderen Gotteshäusern“.

Schon vor der aktuellen Regelverschärfung waren NGOs und religiöse Gruppen verpflichtet, finanzielle Zuwendungen aus dem Ausland und ihre Zwecke den Behörden zu melden und die ordnungsgemäße Verwendung zu dokumentieren. Einschlägige Transaktionen müssen zudem über Indiens Staatsbank abgewickelt werden. Das gilt auch für Bistümer, Ordensgemeinschaften, Wohltätigkeitsorganisationen, Bildungseinrichtungen, Krankenhäuser und kirchliche NGOs.

Bereits im Mai hatten die katholischen Bischöfe Indiens die geplante weitere Verschärfung abgelehnt: Die Vorgaben seien ein Verstoß gegen die Verfassung und eine unzulässige Einschränkung für die religiösen Minderheiten des Landes.

Text: KNA | Bild: Open Street Map-Mitwirkende

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