Vom 1. September bis 4. Oktober begehen Kirchen verschiedener Konfessionen weltweit die Schöpfungszeit. In diesem Jahr steht sie unter dem Leitwort „Großzügigkeit“ – und ruft dazu auf, Ressourcen bewusster zu nutzen, zu teilen und Maß zu halten.
Das ökumenische Netzwerk EINE ERDE möchte mit der Schöpfungszeit 2026 Impulse für einen nachhaltigeren Lebensstil setzen. Man rufe dazu auf, mehr Großzügigkeit zu wagen – etwa durch Teilen, Loslassen, Einsparen und Maßhalten, heißt es in einer Mitteilung des Netzwerks, dem zahlreiche Bistümer, Hilfswerke, Gruppen und Organisationen insbesondere aus den Kirchen angehören.
Unterstützung erhält die Schöpfungszeit in diesem Jahr erstmals durch Botschafterinnen und Botschafter aus Kirche, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Zu ihnen gehört neben mehreren Kirchenvertretern und Umweltaktivisten auch der Wissenschaftler Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Er verweist in einem Statement auf die Bedeutung eines geringeren Ressourcenverbrauchs für den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen und für mehr globale Gerechtigkeit. „Genügsamkeit ist ein Geschenk: denn Sie bringt geistige Klarheit“, so Lucht.
Begleitend zur Schöpfungszeit veröffentlicht das Netzwerk erneut einen Kalender mit Bildern, Texten, Gebeten und Informationen rund um die Themen Nachhaltigkeit, Umwelt und Schöpfungsverantwortung. Die diesjährige Ausgabe greift unter anderem wissenschaftliche Erkenntnisse zum Zusammenhang von Teilen, Gemeinsinn und Wohlbefinden auf.
Bei der Vorstellung des Druckwerks betonte Kalender-Redaktionsleiterin Constanze Latussek, die Vision der Initiatoren sei es, „dass viele viele Menschen in allen Ecken und Enden Deutschlands von der Schöpfungszeit erfahren und sie feiern“. Daher schlägt sie im Namen von EINE ERDE auch vor, die Schöpfungszeit groß im Kirchenjahr zu verankern: „Was, wenn wir künftig neben Ostern oder Weihnachten in jedem Jahr ganz groß die Schöpfungszeit feiern würden? Wenn Eltern, Kinder, Groß und Klein, Gemeinden in der Stadt und auf dem Land auf den September hin fiebern, um die Schöpfung zu feiern und zu bewahren?“
Die Schöpfungszeit wird seit vielen Jahren von zahlreichen kirchlichen Trägern und Kirchen unterschiedlicher Konfessionen begangen. Ihre Wurzeln reichen in die 1990er Jahre zurück, als der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Dimistrios I., die Einrichtung eines „Tags der Bewahrung der natürlichen Umwelt“ empfahl. Heute umfasst die Schöpfungszeit den Zeitraum vom 1. September bis zum 4. Oktober, dem Gedenktag des heiligen Franz von Assisi. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung zu stärken.
Hinter der Initiative steht das Netzwerk EINE ERDE, dem nach eigenen Angaben rund 130 kirchliche Einrichtungen, Hilfswerke, Akademien und Verbände angehören.
Text: Weltkirche.de mit Information von Eine Erde | Bild: Netzwerk Eine Erde



