Schemen einer digitalen Spiegelreflexkamera und eines Mikrofons. Symbolbild: Damian Raiser/weltkirche.de

Recherchepreis Osteuropa – Gewinnerinnen stehen fest

In serbischen Betrieben produzieren Zehntausende Beschäftigte Komponenten für die deutsche Autoindustrie. Zwei Journalistinnen wollen zeigen, wie vor allem Frauen ausgebeutet werden – ein preiswürdiges Recherche-Thema.

Die Gewinnerinnen des diesjährigen Recherche-Preises Osteuropa stehen fest: Es handelt sich um die Journalistin Lucia Steinwender und die Fotografin Sanja Knezevic. Das teilte das katholische Osteuropahilfswerk Renovabis am Mittwoch in Freising mit. Die Preisverleihung findet am 4. November in Berlin statt.

Im Zentrum der Recherche der beiden Siegerinnen steht den Angaben zufolge die Situation von Arbeiterinnen in der serbischen Autozulieferindustrie. Zehntausende Beschäftigte produzierten dort Komponenten für deutsche Automobilkonzerne – vielfach unter prekären Bedingungen und für niedrige Löhne. Besonders Frauen arbeiteten häufig am Fließband, seien gesundheitlich belastet und hätten kaum Möglichkeiten, ihre Rechte durchzusetzen.

Verliehen wird der Preis vom katholischen Osteuropahilfswerk Renovabis und von „Hoffnung für Osteuropa“, einer Aktion des Diakonischen Werks Württemberg, sowie dem europäischen Journalismus-Netzwerk n-ost. Er soll Journalistinnen und Journalisten helfen, zeit- und reiseaufwendige Recherchen umzusetzen. Gefördert werden insbesondere Projekte, die den Alltag der Menschen in den Fokus stellen, gesellschaftliche Umbrüche thematisieren oder die Lebensrealitäten von Randgruppen sichtbar machen.

Steinwender arbeitet seit mehreren Jahren als freie Autorin unter anderem für Hörfunkformate und Printmedien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die serbische Fotografin Knezevic ist international tätig und veröffentlicht ihre Arbeiten in renommierten Medien wie der „New York Times“, „National Geographic“ oder „Die Zeit“.

„Mit ihrem Projekt machen die Preisträgerinnen sichtbar, unter welchen Bedingungen Menschen in unserer Nachbarschaft in globalen Lieferketten arbeiten und welche Herausforderungen es bedeutet, Arbeitsrechte durchzusetzen“, erklärt Jury-Mitglied Matthias Dörr, Leiter der Inlandsabteilung bei Renovabis. Gleichzeitig rückten sie die Perspektiven von Frauen in den Mittelpunkt, deren Arbeit für die europäische Industrie unverzichtbar sei.

Text: KNA | Bild: dr/weltkirche.de

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