Präsidentenpalast in Lima, Peru. Bild: Damian Raiser/infoamazonas.de

Kopf-an-Kopf-Rennen bei Präsidentschaftswahlen in Peru

Wer hat am Sonntag die Stichwahl in Peru gewonnen und zieht in den Präsidentenpalast? Nachwahlbefragungen und Schnell-Auszählungen sehen ein „technisches Unentschieden“ – und unterschiedliche Sieger. Schon jetzt steht fest: Es wird knapp.

Bei der Stichwahl um das Präsidentschaftsamt in Peru deutet alles auf ein knappes Ergebnis hin. Während eine Nachwahlbefragung der Umfrageinstitute die rechtskonservative Kandidatin Keiko Fujimori mit einem hauchdünnen Vorsprung vorne sahen, liegt der Linkspolitiker Roberto Sanchez wiederum bei den Schnellauszählungen der gleichen Institute einen Wimpernschlag vorne.

Einen Fingerzeig lieferte das Ergebnis nach der tatsächlichen Auszählung von rund zwei Dritteln der Stimmen. Demnach lag Keiko Fujimori mit 52,7 Prozent vor Roberto Sanchez mit 47,3 Prozent. Der könnte allerdings in den ländlichen Regionen, aus denen die Ergebnisse etwas später eintreffen, noch einmal aufholen.

„Bisher gibt es keinen Sieger, daher werden es lange Tage werden“, sagte Fujimori am Abend. „Wie auch immer das Ergebnis ausfallen mag, wir werden es anerkennen, und ich fordere die andere Seite auf, dasselbe zu tun.“

Keiko Fujimori ist die Tochter des früheren Machthabers Alberto Fujimori, der 2024 im Alter von 86 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung starb. Wegen schwerer Menschenrechtsverbrechen während seiner Regierungszeit von 1990 bis 2000 wurde er 2009 zu 25 Jahren Haft verurteilt. Laut dem Urteil war er in außergerichtliche Tötungen, Entführungen, Fälle von Verschwindenlassen und Korruption verwickelt.

Seine Tochter steht für einen Law-and-Order-Kurs. „Wo Ordnung herrscht, gibt es eine Zukunft“, heißt es in ihrem Wahlprogramm. Keiner der beiden Kandidaten hätte eine eigene Parlamentsmehrheit.

Linkspolitiker Roberto Sanchez kündigte für den Fall eines Wahlsiegs eine „Verfassungsreform durch nationalen Konsens und Volksabstimmung, unter Gewährleistung der Bürgerbeteiligung und der Achtung der demokratischen Ordnung“ an. Politische Gegner behaupten, Sanchez wolle ein sozialistisches Modell wie in Kuba oder Nicaragua installieren – was dieser jedoch zurückweist.

Gegen Roberto Sanchez wurde im Zuge eines Bestechungsskandals rund um die brasilianische Baufirma Odebrecht ermittelt, gegen Fujimori wegen des Vorwurfs illegaler Wahlkampffinanzierung. In beiden Fällen kam es zu keiner Verurteilung.

Fujimori war mit 17,192 Prozent aus einem Kandidatenfeld von insgesamt 35 Personen als Siegerin aus der ersten Wahlrunde 12. April hervorgegangen. Sanchez lag mit 12,039 Prozent sehr knapp vor dem drittplatzierten Rafael Lopez Aliaga (11,912 Prozent).

KNA/Bearbeitung: Weltkirche.de | Bild: dr/infoamazonas.de

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